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gesegneten Kräuter - Amulete, Reliquien u. s. w., wie des Exor-cismus; die Gnadenbilder duldete man kaum so hin. Allemdiesem Vernachlässigten oder Verworfenen schienen freilich dieCeremonien und manche kirchliche Gebräuche Nachfolgen zumüssen; was soll die Etiquette, wenn kein königliches Hausmehr da ist?
Das Priesterthum schien sich der Fülle aller seiner ihmvom Gottmenschen, rein und nicht verunreinigbaren, überlassenenhöheren Kräfte nicht mehr bewußt, und es sank, mit dem Gebrauchund der sichtbaren Erfahrung der Kraft der überliefertenWeihe, nothwendig der Glaube an die wesentliche, schaffende,zeugende Kraft der Weihe selbst. Eine nothwendige Folge war,daß manchen, selbst wohlmeinenden Katholiken und Geistlichen,die Differenz zwischen den verschiedenen christlichen Confessionennicht mehr so gewaltig erschien, als sie es eigentlich ist. Zugleicherwachte ein ungebundener Eifer des Bibellesens, man wollteeine geistige Wunderkraft aus den Lehren des EvangeliumsHerauspressen und destilliren, man verstand die Worte nicht mehrim Geiste und in der Wahrheit als heiliger Geist undRealität, lebendige, körperliche Wahrheit, Fleisch und Blut desMensch- gewordenen Gottes, nicht mehr als Geist und wirklichphysisch übergebene Kraft und Wesenheit; man verstand dieseWorte mehr als geistig, spirituelloment und veritsblement imGegensatz mit Lüge und Allegorie, und suchte die Kraft derKirche im Gemüth und Glauben der Menschen.
Da entstanden die separatistischen Ri chtungen mancherbayerischen Theologen, Boos, Gassner, Lindl und ihrer Gemein-den; ohne den Glauben an übernatürliche Wunder kirchlicherWirkungen mußte die Würde aller Werke fallen, und der bloßeGlaube an Jesum, verbunden mit Süudenabscheu und 'Sitten-besserung, erschien ihnen als ganzer Bestand der Kirche; noth-wendig entstand dadurch Berührung und innere Verbindung