86
an Wesche, oder beauftragst Wingens zum Abschluß; das Ersteist besser, wenn Du nicht das Journal zu denselben Bedingungenüberlassen willst u, s. w., was mein Brief an Räß Direingeben wird.
Molitor will Dir sein Manuscript durch Räß übersenden,damit Du es bevorreden und verhandeln könnest, und etwaeine Kritik dieser ganz neuen Art des Studiums im Katholikenvoraussenden, denn er nimmt an, daß fast alle bisherige Exegeteneinen großen Stoß dadurch erhalten n. s, w.
Nun eine Erfahrung, welche Dich und jeden umsichtigemKatholiken intercssiren muß, um so mehr, da sie sehr wichtig undhilfsbegierig ganz aus dem jetzigen Wirkungskreis der Geistlich-keit, ja außer dem Bereich ihres Gesichtskreises zu liegen scheint.Ich glaube Dir Alles, was ich dabei empfinde, besser geordnetmittheilen zu können, wenn ich den Faden mehrerer zerstreutenchristlichen Bewegungen des letzten Jahrzehentes hier nieder-schreibe und das letzte daran knüpfe; denn ich fühle in Allemeinen Zusammenhang, der die Sache mir um so wichtigererscheinen macht.
Es scheint nach schweren, historischen Leiden eine exstatische,hellsehende, prophetische, im Kreis des bloß körperlichen Heilsund Unheils so genannte magnetische Affection über Europaausgegossen worden zu sein, die wie alles Licht und Wasser, daSder Erde gegeben wird, sich nach ihren localen Atmosphärenund Flußbetten verschieden trübet, färbet, mischet. In der katho-lischen Kirche war (und ist theils noch) einer ihrer leuchtendstenSchätze, der Gebrauch der heilenden Sakramcntalien, Handaus-legung auf Kranke und dergleichen, sehr eingeschlafen. Wenigeübten dergleichen heimlich, sehr Wenige glaubten daran, dieCompendien erwähnten es kaum mehr, man schämte sich deSGlaubens an die heilenden Wirkungen des Befehls im NamenJesu, des Kreuzzeichens, des Weihwassers, geweihten Öles, der