Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

76

worden, scheint mir die Welt viel leerer und schwerer. Nochweiß ich keinen Ausweg, keine Zukunft, Gott muß helfen!Ich hoffe Dich wenigstens bald einmal zu sehen.

Leb' wohl! Ich schreibe dieses beim guten Pfarrer Büttnerzu Haltern, der mich liebt und mit mir trauert; er grüßt undsegnet Dich. Morgen fahre ich mit ihm nach Bochhold dieLeidenspost zu bringen.

Lasse eine Messe für die Verstorbene lesen und opfere siemit Liebe auf, und gedenke meiner dabei; sie liebte Dichherzlich. Melde es der Frau Hirn mit Trost und der Ver-sicherung, sie habe sie bis zuletzt Gott befohlen, und bitte umihr Gebet für ihre arme Seele.

An eine jüngere Freundin.

Miimi den 28. Fekrunr MN.

Anna Catharina Emmerich, geboren zu Flamske beiCoesfeld am 8. September 1774, gestorben zu DülmenMontag den 9. Februar 1824, begraben daselbst Freitag den13. Februar 1824.

Am Apollonia-Tag, Abends halb neun Ahr, am Jahrstagvon Lambert's Begräbniß, starb die ärmste, elendeste, reichste,begnadigste Freundin, und ließ uns als unwissende, arme Sünderzurück. Seit Weihnachten trat sie aus einer Tvdeskrankheit mitvollkommner Veränderung aller Umstände in diese neue, letzteArbeit ihres Lebens. Über die innere Aufgabe derselben weißich nichts; sie wurde sehr ernst, sprach nur um Bedürfniß, hörte