das mühevolle Lauern auf die Gnaden, die um meine Ufer,theils unerkannt mit Füßen getreten wurden, hatten ihren Flußgedämmt und sie waren ein Spiegeln der See vieler Geheim-nisse, Wahrheiten, Leiden, Erbarmungen, großer Liebe, großenElends, ach, so vieler heiligsten Interessen des Menschengeworden.
Nun ist dieser drohende und tröstende Himmel farblosbedeckt, nur das einsame, gemeinsame Kreuz leuchtet von ihm,wie überall, — der Damm ist geöffnet und die Fluth geht irre,ungewisse Wege und suchet ein Bett, auf daß sie nicht zerrinneim Sand. Gott erbarme sich mein und aller Nothleidenden!Amen.
Das vor vier Jahren von der guten Seele empfangeneReliquien-Amulet, das sie mir von ihrem Halse gab und dasvon ihrem Blute ganz durchzogen ist, fand ich am Morgen vorihrem Tod, aufstehend, zerbrochen und auseinander geborsten inmeinem Bett bis dahin hatte ich es stets getragen!
An Professor Win-ifchmann.
Lülmrii den Mrmr MA.
Liebster Windischmann!
Beikommendcn traurigen Brief lese; gönne meinem Schmerzin Deinem lieben Herzen ein Gefäß, das ihn vor Gott ausschüttet.
Mache gleich ein Couvert darüber, Adresse an BischofSailer, oder Melchior Diepenbrock, Weltpriester bei BischofSailer, Regensburg; ich bin zu betrübt, zweimal zu schreiben.
Da die geliebteste Freundin, die treue, elendeste Kreuz-trägerin von ihrem Bräutigam uns Unwürdigen entnommen