lieben und sinnigen Thomas und der Seinigen war mir durchauslieblich und erquickend; solche Seelen sind sehr selten und sehrwohlthätig; aber je schöner die Seele, je größer der Schmerzum sie. Ich muß wohl vor solchen Menschen mich tief schämen,ob aller ihrer Tugend und Liebe zu Allem, was von Jesugeschrieben steht, und ob ihrer treuen Übung des Geschriebenennach ihrem Privatgeist; aber ich muß sie bejammern, daß sie ihnnicht erkennen im heiligen Sakrament und in der wesentlichennicht bloß moralischen Kraft aller seiner Gnadenmittel, daß sieihn kennen und nicht haben, daß sie ihm folgen wollen, undseine Herde verlassen. Alles das verzehrt mich in der Nähe,und darf ich auch vor ihnen sprechen und klagen und Allessagen, und lieben sie mich gleich, diese guten Menschen, so fühleich doch, eben in dieser so schönen Duldung einen selbstsichernHarnisch über der Brust, ohne welchen sie mich nie so vertraulichmit in ihren Mantel einschlingeu würden.
Die Wahrheit und Wesentlichkeit der Kirche ist zu sehr indem Leben, dessen ganzen Schatz sie allein sammelt und spendet,gegründet, als daß ihre Würde, Herrlichkeit und Nothwendigkeitin Perioden, wo die Noth die falschen Tressen vergeblich aus-brennt, wie jetzt, in ihrem lebendig wachsenden Gold nicht vonallen Suchenden mit geheimer Scheu und Angst geahnet würde.Dieselben Abtrünnigen, deren Voreltern die heilige Kirche undihr Haupt als Babel und seine Hure geschmäht, verwünscht undberaubt haben, sind in den romantischen Fiebern der Umwäl-zungen sich ihrer Dürre und Leerheit bewußt geworden, und dieKrähe besteckt sich, dem eignen Bedürfnis; und der Mode undder Kälte zu entsprechen, überall mit den fremden Federn desPhönix. Alles, was von dem innern Lichte der Kirche geschmücktist, und sich jährlich wie Blatt, Blume oder Feder, als einOpfer oder Zeugniß der Spur für die Einsamen in der Wüsteniederstreut, sammeln sie auf und schmücken mit diesen von