Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

«8

Sie werden nicht ermangeln, ihn mit Schlosser in Berührungzu bringen.

Ihr Wunsch, ich mochte öster in Frankfurt sein, zeugt vonIhrer unverdienten Liebe; aber sonst habe ich gar keinen Berufdort zu sein. Wen hatte ich denn dort außer Ihnen? Diesheißt nicht, als sei nicht genug Sinn oder Geist für mich da,nein, gerade umgekehrt! Denn nur, was Gott in Einfalt anIhnen erhalten, konnte mich mit Ihnen verbinden. Ich habezwar ungemeine, ganz beschämende Liebe und Duldung inFrankfurt genossen, aber ich werde dort nie etwas Wirklicheswirken können, weil das kleine Übergewicht, das ich durchEigentümlichkeit haben könnte, nothwendig durch die Unwürdemeines frühern Lebens aufgehoben wird; in der Familie aberkann ich darum um so weniger wirken. Was soll ein so ganzabgeschlossener katholischer Mensch, der die fünf Species nichtkann, in einer sehr lauen, lutherisch-katholischen Handelsstadt?Etwa Spaß machen und Witze auf den Cours-Zettel einführen?l Und sich von Schuster und Schneider betrügen lassen? Undtausend Laster neben sich dulden, und das ganz ruhig mit ansehen,bis er selbst erschlafft, und, wo nicht selbst Schlechtes übt, dochsich scheut, das Gute zu üben? Lieber Freund, ich bin mit JesuBlut zu theuer erkauft, um das zu dürfen, und mein Herz, dasimmer überwallen möchte, ist zusammengeschnürt in dieser Welt-, lust, in diesem leeren unheiligen Treiben, und es sei mir erlaubtzu sagen: ich bin mit vielen Schmerzen des Mitleids untermeinen armen Nebenmcnschen, welche abgeschnitten sind von derKirche, meiner Mutter; ich kann nichts reden, fühlen, thun mehr,als durch diese, um diese, und dann sterben in ihr, auf daß sieGnade erflehe für mich!

Nur die Gnade einiges Lichtes, nur eine Segensrichtung IhrerSeele, hat uns näher gebracht. Glauben Sie gewiß, der schönechristliche Ton und die Melodie im Charakter des ungemein