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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
67
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könnten wir auch nur eine einzige läßliche Sünde, von ihnenabwenden, so ist dieses schon viel vor Gott; denn alles, wasvom Menschen kommt, Gutes wie Böses, ist eine unendlicheSaat ins Leben, oder in den Tod^ . Ganz Indifferentes istundenkbar, weil die einfache Natur von der Erbsünde vergiftetist, weil wir ein Sündengeschlecht sind; nun ist zwar die Erb-sünde durch die Taufe getilgt, der Schuld und der Strafe nach,aber der Zunder der Sünde ist geblieben.

Doch, mein lieber Freund, ich muß abbrcchen, sonst ermüdetauch Ihre geduldigste Geduld. Das Wesen dieses unbeabsich-tigten Briefes wird Sie überzeugen, wie ich von allenAnknüpfungspunkten immer wieder zu denselben Punkten Hin-getrieben werde. Ich vermag nicht anders und fühle, daß keineandere Empfindungsweise und Betrachtung und Sprache mirerlaubt und ansprechend ist. Sie werden die Delicatesse haben,diesen Brief nicht mitzutheilen und am besten dem Feuer zuübergeben.

Ich danke Gott, daß er mich zu einem Werkzeuge fürSteingassen's Anstellung zu einem katholischen Berufe hatgebrauchen wollen. Ach! er wird mich doch nicht haben in Ver-suchung fallen lassen, das Unrechte zu befördern! Ich flehe zuGott, daß er das Herz dieses lebendigen, regsamen Menschenin seinen Händen tragen möge, auf daß er allen zeitlichenSchwindel in seiner abgründlichen Nichtigkeit erkenne und seinenGeist und all' sein Wissen demüthig der offenbarten, ewigenWahrheit hingebe. Möge Wahrheit in seiner Lehre, Aussöhnungund Herstellung in seiner sich auf sich selbst beziehenden Sehn-sucht; möge Friede in seinem Herzen, ein Hunger nach GottesGnadenmitteln in seiner Seele; möge Segen über ihm unddurch ihn sein, daß er der katholischen Gemeinde durch treu-gläubigen Wandel eine Erbauung, und seinem Erlöser eingeliebter Bruder und Arbeiter im Weinberg sei. Ich hoffe,

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