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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
63
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FröhlingLSlhrei riM Rnrchtrs ans der Cielr.

Meister, ohne dein ErbarmenMuß im Abgrund ich verzagen,

Willst du nicht mit starken ArmenWieder mich zum Lichte tragen.

Jährlich greifet deine GüteIn die Erde, in die Herzen;

Jährlich weckest du die Blüthe,

Weckst in mir die alten Schmerzen.

Einmal nur zum Licht geboren,

Aber tausendmal gestorben,

Bin ich ohne dich verloren,

Ohne dich in mir verdorben.

Wenn sich so die Erde reget,

Wenn die Luft so sonnig wehet,

Dann wird auch die Fluth beweget,

Die in Todesbanden stehet.

Und in meinem Herzen schauertEin betrübter, bitt'rer Bronnen;

Wenn der Frühling draußen lauert,

Kommt die Angstfluth angeronnen.

Weh! durch gift'ge Erdenlagen,

Wie die Zeit sie angeschwemmet,

Habe ich den Schacht geschlagen,

Und er ist nur schwach verdammet.

Wenn nun rings die Quellen schwellen,Wenn der Grund gebährend ringet,

Brechen her die bittern Wellen,

Die kein Witz, kein Fluch mir zwinget.

Andern ruf'ich: Schwimme! schwimme!Mir kann dieser Ruf nicht taugen!

Denn in mir ja steigt die grimmeSündfluth, bricht aus meinen Augen.