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Rührend war mir in Koblenz, daß unser ehrliches Wirths-haus, das väterliche Haus von Görres war, jetzt um so mehr,da ich veranlaßt habe, daß Steingaß, sein künftiger Schwieger-sohn, Amt und Pflicht in Frankfurt erhält. Es freute mich, alswolle der Großvater mir dafür Gastfreundschaft erweisen.
Von Ihren beiden Malern und deren hohem und breitemWerk, blieb mir gar nichts in der Seele, als die Perücke desEinen und die einfache, ehrliche Stille des Anderen, wie auchdie hohe und breite Leiter; was sie aber auf die Wand gemalthaben, wird die Anschauenden nicht mehr rühren, als sie selbstdavon ergriffen waren.
In Bonn wünschte ich, Sie wären wenigstens bis dorthinmitgereist, um meinen lieben, wunderbar gütigen, gelehrten undfrommen Windischmann kennen zu lernen. Ein gütigeres Herz,ein treueres und ernster gesinntes gibt es nicht. Sie hättenihn gewiß sehr lieben lernen. Wenn Sie auf meinen Rath seinletztes Buch lesen wollten: „Über Etwas, was der Heil-kunde Noth thut (Leipzig, Reclam 1823)," so würdeIhnen eine große, sehr umfassende, durchaus segensvolle Ansichtüber die Kirche, über die Natur und die Magie aufgehen. Esist Vieles in diesem Buch, wie von einem heiligen Geist derWahrheit gegeben, und ein sehr geistreicher und gelehrter Mann,der lange vergebens suchte, ist in Berlin bereits dadurch zurErkenntniß der Wahrheit gekommen.
In Köln sah ich van der Meulen zu Lieb, die Liebers-bergische Bildersammlung an, scheu und schnell, wie Einer, derdem Gerichte zu entgehen sich die Augen verhüllt. Die guten,geheimnißvollen Bilder aus der geistlichen Kunst vor der Refor-mation her (welche das Kind mit dem Bade ausgeschüttet hat),sind für den Verstehenden mahnende Erscheinungen aus einerhöhern Wahrheit, und nur der kann ihre Gegenwart ertragen,der vor ihnen mit reinem Herzen betet, und zwar aus der