Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
59
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in sich hat, ist und bleibt immer eine Lüge, ein Jrrthum, einFrevel, ein sehr verdächtiger Zustand, oder dergleichen. Nehmenwir auch die unschuldige, freudige Betrachtung aus den Augender Kindheit an, so ist doch die Hand Abraham's auf das Hauptdes Jsaak's gelegt, als er ihn opfern muß, elegisch, und nehmenwir den Gehorsakn und die Einfalt des Altvaters selbst alskindliche Ruhe (was doch nicht zureicht, sonst wäre es kein Hin-gebcn, kein Opfer), so bleibt die Handlung doch als ein Vorbilddes bittern Leidens Jesu durchaus elegisch.

Nein, mein Freund, es gibt keine Rührung durch Erschei-nungen des Endlichen vor endlichen Augen, als eine elegische,denn nicht ein Moment gibt das allgemeine Gesetz der Empfin-dung an, sondern die Summe aller Momente des ganzen Lebens.Nur in der Fülle der Zeit aber war die Fülle der Menschheitda, in Gott und Mensch, in Jesus, den die Kinder Gottes vonAnfang erwartet, und den sie erwarten bis zum Ende; nur Erkann das Maß alles Wahren, und Heiligen, und Göttlichen undEwigen im Menschen sein; sein Weinen über Jerusalem aberist der Inhalt aller wahren Kunstanschauung, so erstaunlichgedrängt das hier auch gesagt scheint.

Die Geschichte und das innere Wesen aller Kunstheroen^und ihrer Werke, welche von Anfang bis jetzt mit mehr oderweniger Beistand des Teufels gearbeitet haben den Tod- zuverstecken, das zur Strafe Vergängliche zu verschweigen, und dieSünder grausam um die Buße und Sühnung zu betrügen,indem sie den gefallenen, zerbrochenen, vergifteten Menschen,ohne ihn zu kreuzigen, in seiner Schmach vor dem Tod wollenauferstanden lügen^ die Geschichte aller dieser steht im sechstenKapitel des ersten Buchs Moses, wie Kinder der Menschen aussündlicher Lust und hoffärtiger Begier ihre tödtliche Race zuvermehren, die Töchter der Kinder Gottes beschliefen undgewaltige Tyrannen und Riesen erzeugten, das ist die Geschichte