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Treuherzigkeit bis dahin geführt haben, mir noch ein Geleit zugeben, bis Sie krank wurden. Diese Ihre Güte und Geduldgegen mich verkehrten und ungeschickten Menschen, erscheint mirals eine herrlichere Gabe Ihres Gemüthes, als alle jene sonstwürdigen Interessen desselben, aus deren Ausbeute Sie mir somanches Werthe gastfreundlich mittheilten, und ich fühle zurück-denkend die große Armuth meiner Liebe zu Jesus und seinerheiligen Kirche desto beschämender, je deutlicher mir die glück-selige Gabe ihres edlen und offnen Herzens erscheint, allen gutenSamen wie ein fruchtbarer, eingefriedeter Acker zu empfangen.
Ich habe Sie nur mit einer bunten Erfahrung etwaszerstreuen können, und hätte Sie nach der ewigen Wahrheitmüssen hungern lehren; aber ich bin noch zu arm, zu treulos,zu träge, zu unrein, um ein Kanal des heiligen Geistes werdenzu können, und es bleibt mir nur übrig, Gott die herrlichenWerkzeuge Ihrer Seele zu empfehlen, daß er Ihnen einenwürdigeren Freund sende, der diese empfangenden und wirkendenWerkzeuge mit der heiligsten, allein des Lebens würdigenAufgabe beschäftige.
So weit hatte ich schon vor einigen Wochen geschrieben undbrach ab, weil ich eigentlich gar nichts anderes mehr zu sagenwußte, und vergebliche Worte wären eine Mehrung meinerSchuld an Sie und gegen Gott, der sie verboten; denn seinSohn von Ewigkeit ist das Wort, und in unserer Eb'enbildlich-zkeit muß also unser Wort ebenbildlich, nie vergeblich und ewigheilend und heiligend sein. Darum erscheint das Schweigenunter den heiligsten Übungen der Heiligen als eine ebenbürtigeSchwester der Jungfräulichkeit, welche in den Leib des Herr»sammelt, statt ewig in die Spaltung und Zerstreuung auszusäen.
Nun empfange ich Ihr wohlwollendes Schreiben, abermalsein nachklingendes Wort Ihrer Güte gegen mich. Was soll ichdarauf erwiedern? Weise bin ich nicht, Kenntnisse habe ich nicht,