Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
49
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LS

In der Liebe, mit welcher Du meinen wohlgemeinten, aberso hingesprudelten Erguß über Dein ticfgedachtes und theilshoch herab empfangenes und darum aus mehreren Stockwerkenherausgegebenes Buch, ausgenommen hast, fühle ich mit herz-licher Freude Dein Herz, als eines, das Wohl weiß desMenschen Schulden und Elend; der da gar herrlich in derEquipage der Zeit sitzt und zu Gerichte fährt, so gewaltig auchder Schnurrbart des philosophischen Leibkutschers auf dem Bocke,so hoch der Federbusch des gelehrten Kammermohrs hinten aufstrotzet, wenn auch alle rezensirenden 6orps cko Ksiäe mitTrommelschlagins Gewehr!" rufen: das Herz in der Kutschekann kein rother Adlerorden mit und ohne Eichenlaub allerKlassen stumm machen, und wenn der Kutscher fragt:wohinihre Herzogliche Gnaden?" so ruft Dein Herz nicht wie jenerverdrießliche, in Ungnade gefallene Fürst:zum Galgen!" woder Kutscher ihn hinfuhr und die Deichsel trennend mit demHinterwagen stehen ließ, sondern:z um Kreuz! " wo alle Facul-täten der Hoffart dem aus fünf Wunden disputirenden Heilandvergeblich opponiren: da sollst Du auch aufcrstehend erst derrechte Doctor werden.

Lebe wohl, liebe, bete.

Dein getreuer

Clemens Brentano.

An riilcn Mngrn Mann. »

Mmm den 8. MM MA.

Sehr werther, gütiger, geduldiger Freund!

Wie sehr fühle ich mich in Ihrer Schuld für alle Liebeund Geduld, welche Sie in Ihrem geordneten Geschäftslebengegen mich ausgeübt und die Sie mit recht patriarchalischern. 4