Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38

und heilig halten. Ja Alles, was Sie von der Heiligkeit diesesBandes und den daraus hervorgehenden Pflichten, ferner vondem dem Priester so nothwendigen Weltbürger- oder eigentlichKirchenbürgersinne im Gegensätze zu dem behemmendenHeimathssinne, von den Vortheilen eines zeitweiligen Aufenthaltsim christlichen Jerusalem sagen: alles das ist mir wie aus derSeele geschrieben, nur treffender, klarer, als ich mir dessenbewußt sein konnte. Und sonach dürften Sie keine andereAntwort von mir erwarten, als diese:Ja, lieber Pathe! ichkomme in Gottes Namen nach Rom" wenn die übrigenUmstände nicht anders wären, als Ihr Brief sie voraussetzt.Ich muß Sie daher um Verzeihung bitten, daß ich durch dieunbestimmten oder unrichtigen Ausdrücke meines letzten Schrei-bens Sie in den Wahn geführt habe: 1) als sei die Zeit meinesPriesterthums schon so ganz nahe, etwa wenige Monate noch,wie Sie schreiben und 2) als hätten die Eltern das Bene-ficium erhalten u. s. w.

An rine Migrre Freundin.

Kimm den 8. Mai 1825.

Sie besuchte mich hier; sie verhält sich zu Mariechen, beideren Ankunft in Berlin, wie Deine Schnippelscheeren zu einerSchafwollscheere, ist aber sonst recht einfach und gut.

Von Diepenbrock's Kindern weiß ich nichts, als daß mirneulich die Mutter schrieb, sie und Alle seien viel krank gewesen.M. schreibt mir viel, treu und ungemein tief und geistreich unddemüthig; er wird bald Priester werden.