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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
35
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kung zurückgelassen. Ja dieser einfache, fromme Exorcist bliebin dem Munde selbst der geistlichen Nach- und theils Mitweltein Schwärmer und schier Gauner. Man hätte doch glaube»sollen, durch eine so ungeheure Erscheinung werde wenigstensder Exorcismus, die Priesterliche Heilung, wieder in der Priester-bildung eingeführt werden, welche doch eine förmliche Stelleunter den Weihen hat. Aber nein! der Mann steht da wieein ungeheueres, kometartiges Wirthshausschild, und im Hauseist es leer geworden, bis sie sich des Schildes schämend, es alsgeschmacklos einzogen, und dann ihrer Uneingezogenheit wegenselbst sequestrirt wurden.

Solche Erscheinungen machen mir den Eindruck als treteein Bestandtheil, der das Ganze durchwürzen soll, herausgepreßtin einen einzelnen Theil zu Tag und erscheine darum soauffallend und lärmend; es ist immer ein großer Schaden, undgänzliche Dürre zu besorgen, wenn solche Extracte das Ganzenicht wieder besamen, welches vielleicht unbewußt doch geschieht.So erscheinen auch gleich Besessene und Weissagende, wenn eineheftige Sinnesänderung und Bekehrung in Gemeinden stattfindet,als werde das Böse, wovon sie Alle durchsäuert waren, ineinzelnen schwächeren oder nicht mitbekehrten Gliedern condensirt.Sind sie in der Kirche, so können sie dann des Feindes Meisterwerden und ihn abschasfen; bei den Anderen aber dominirt er dannwie der Tyrann aus der Citadelle, in die er sich aus der befreitenStadt zurückzog, schießt Alles in Brand, zettelt Verschwörungenzu seinen Gunsten an und kehrt oft greulicher zurück als vorher.

Ich hoffe, daß die inspirirte Gemeinde in der Schweiz, dieDich so sehr gerührt, gar keinen Zusammenhang hat mit demGreuel einer Secte in der Schweiz, von welcher die Zeitungenmelden, daß sich ein paar Bauernmädchen von der Versamm-lung kreuzigen ließen, um für die Sünden Napoleon's, derihnen erschienen, genug zu thun.

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