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2 (1855) (1855)
Entstehung
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10
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An Professor Windischmann in Bonn.

Köln M2.

Heute Sonntag den 16, Juni bin ich noch hier, FrauHirn hat Gichtballast und kann nicht segeln; ich werde wahr-scheinlich in einigen Tagen allein abreisen. Ich sehne michungemein wieder vom Rhein hinweg auf die Haide, um desEssens und Trinkens und Gebratenwerdens los zu kommen.

Unsere Spaziergänge waren recht schön. Ich wünsche Dumögest Alles vergessen und nur im Gebet verwenden, was ichsprach. Das Kapitel von der Menschenliebe, Armenpflege undAustheilen mache lebendig in Deinem Kreis, denn es sind vieleHerzen drin; lasse sie Segensquellen werden. Man kann esnicht deutlicher erklären, wie man es wird, als wenn man dasWasser einer Quelle betrachtet und als Beispiel entwickelt. Soin allen Dingen,

Ich danke für Euer Aller Geduld und Milde gegen mich,ich danke Gott und Euch für die Unschuld und Liebe EurerKinder, mögen ihre Tugenden unerschöpflich werden! MögestDu die Erkenntniß und Gelegenheit haben, alle ihre Anlagen,außer jenen die sie freiwillig dem Herrn zu opfern geneigt sind,gründlich und heilig bis zur Fruchtbarkeit zu entwickeln, auf daßsie Meister werden am Tempelbau der streitenden Kirche, inderen Ausschmückung alle Künste Blumen streuen. Ich habe dieErfahrung, daß die Sinnenkünste recht getrieben, keusche Blüthenund Früchte treibende Ableiter niederer Sinnlichkeit sind; dieheiligen Musen sind keusch und machen keusch und mäßig.Erdrückter Kunsttrieb wirkt wie ein bucklichter Rücken auf diegefallene Sinnlichkeit u. s. w.