Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
9
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konnte den linken Arm nicht mehr gebrauchen. Alle Mittel hatteich gebraucht; der Arzt wollte das Übel ausschneiden. Ich warkrank und hinfällig von unsäglicher Pein geworden; ich dachteden Fürsten Hohenlohe um sein Gebet bitten zu lassen, ich gingin die Kirche und flehte zu Gott um Rath. Als ich nach Hausekam, fühlte ich eine heftige Unruhe und Begierde, eine und einehalbe Stunde Wegs nach Holtwick zu Frau D. zu gehen; meinMann redete mir es aus, aber ich konnte mich nicht überwindenund ließ mich von einem armen frommen Mann hinausführen,so elend war ich. Ich klagte der Frau D. meine Noth und fragtesie wegen Hohenlohe; da fiel ihr ein, daß ein frommer Geistlicherbei ihr zu Besuch sei, den wolle sie bitten, für mich zu beten.Er war bereitwillig, fragte um mein Leiden, die gebrauchtenMittel, und ob ich fest auf Jesu Hilfe vertraute. Ich antwortetenach der Wahrheit, und er betete über mein Übel und ich zitterteund bebte und gab mich ganz an Gott hin; ich wußte nicht wiemir geschah, aller Schmerz flog unter dem Gebet fort; er sagteals ich ging, er glaube mir werde geholfen werden. Unterwegskonnte ich den Arm schon bewegen; meine Freude stieg immermehr, ich weiß nicht wie ich nach Hause kam. Ich fand meinenMann im Buche betend, er sagte:Ich habe die Litanei vomsüßen Namen Jesu für Dich gebetet" und ich sagte, eshabe mir ein Priester im Namen Jesu geholfen. Am folgendenTage konnte ich schon drei schwere Blumenstöcke im Korb aufdem Kopfe zu Frau D. hinaus tragen; sie erschrak vor Ver-wunderung als ich kam, jetzt (zehn Tage nach dem Gebet) binich ganz gesund, kann den Arm brauchen, nur ist er ein wenigungewohnt und schwach, die Geschwulst ist ganz weg, bis aufeine kleine harte Stelle, welche täglich kleiner wird. Schmerzenhabe ich von jener Minute an nicht mehr gehabt."

Ich habe die ganze Aussage später dem Priester umständlichzugestellt, der am Tage nach jenem Gebete schon weggereist war.