Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
6
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Mache Dir doch ein Gewissen daraus, mir zu schreiben eheDu nach Italien abreisest. Deine Correspondenz wird dannschwieriger werden, wenn Du nicht einen ganz besonderenGesandtschaftsweg findest, da man in Italien jetzt auf Alleslauert. Ich wollte Dich auch vor der Abreise noch um einigesdort zu Erfragende fragen. Hier ist Alles beim Alten undnichts sehr erfreulich. Sie grüßen Dich. Überwinde Dichmanchmal und schreibe mir, es ist mir eine große Freudeund richtet mich auf. Schreibe mir Erfreuliches, Merkwürdiges,ich will es immer, so Du willst, Windischmann senden. Betefür mich und lasse fromme Leute für mich und auch für diearme Emmerich beten. Sie leidet schwer und entbehrt viel, wassie sich doch nicht selbst in ihrem doppelten Leben ans Bettgefesselt, umlauert und bedrängt verschaffen kann, was auch aufErden so selten ist: einsichtsvolle, gesegnete Priester. Für jetztweiß ich nichts mehr, ich umarme Dich herzlich, was ich inKöln in Bonn höre, will ich Dir melden.

Dein treuer Bruder

Clemens.

An eine jüngere Freundin.

Minen Nni ^822.

Als ich am 24. April nach B. kam, reiste A. gerade nachDorsten und kam nach zwei Tagen wieder. Sie reiste miteinem Verwandten, der seine Tochter aus der Pension holte,um die Lehrerin Xaveria G., eine bald einzukleidende Novize,zu sehen, welche der A. zuerst geschrieben und eine ferne Liebezu ihr gewonnen hatte durch einen frommen Brief, welchen sievon A. an eben jene abzuholende Pensionäre gelesen. A. undTaveria waren in einen kindlichen Briefwechsel gerathen, undnun sah A. ihre Freundin. Das Übrige sagt ihr Brief an Dich.