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22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
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seine schöne Gestalt bereits etwas an Schwäche leide. DieFarbe seines Haars konnte man nicht entdecken, weil er, wiees Mode war, eine Perücke trug. Seine weltliche Kleidungwar schön, obwohl feierlich, und er hatte eine Kokarde aufseinem Hut, ein Umstand, der Fairfvrd nicht in Erstaunensetzte, weil er wußte, daß Priester, deren Besuch oder Aufent-halt in England sie den gesetzlichen Strafen unterwarfen,oft sich einer militärischen Verkleidung bedienten. Als dieserstattliche Mann in's Zimmer trat, machten die beiden Damen,die einander das Gesicht zukehrtcn, wie Soldaten auf ihremPosten, wenn sie eine» Oberofficier salutiren wollen, auf je-der Seite des Paters eine so tiefe Verbeugung, daß die Reif-röcke der Damen ganz auf den Boden, ja durch denselbenhindurch zu sinken schienen, als hätte sich eine Fallthüre ge-öffnet, um die Damen aufzunehmen, welche diese Verbeugungmachten. Der Pater schien an solche Ehrenbezeugungen, sotief sie auch waren, gewöhnt, er wandte sich ein wenig zuerstgegen die eine, dann gegen die andere Schwester, währender mit einer zierlichen Neigung des Körpers, die gewiß nichtbis zur Verbeugung ging, ihre Artigkeit anerkannte. Er schrittaber vorwärts, ohne sie anzureden, und schien dadurch anzu-zeigen, daß ihre Gegenwart im Zimmer nicht nothwendig sei-Sie entfernten sich also, indem sie rücklings mit gefalte-ten Händen und emporgehobenen Augen hinaus gingen, alswollten sie den Segen des Himmels auf den von ihnen sohoch verehrten Diener der Religion herabflehen. Die Thüredes Zimmers wurde hinter ihnen geschlossen; doch hatte Fair-ford Zeit zu bemerken, daß in der Gallcrie ein oder zweiMänner standen, und daß dießmal nicht, wie er früher be-merkt hatte, die Thüre, obgleich geschlossen, auch noch vonAnßen verriegelt wurde.

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