ren nicht die angenehmsten. Er konnte sich nicht verhehlen,daß er ein wenig gar -u keck sich in die Gewalt geächteterund verzweifelter Menschen gebe, denn mit solchen nur konntevermuthlicher Weise ein Mann in Redgauntlet's Lage ver-bündet sein. Auch an andern Ursachen zu Befürchtungenfehlte es nicht. Alans scharfer Beobachtung waren verschie-dene Zeichen von Einverständniß zwischen Mr. Crosbie unddem Laird von Summertrees nicht entgangen, und es waroffenbar, daß des Herrn Richters günstige Gesinnung für ihn,die er für aufrichtig und gut gemeint hielt, nicht fest genugwar, um dem Einfluß der Verbindung zwischen seiner Frauund seinem Freunde Widerstand zu leisten. Mr. Crosbie'sLebewohl war wie Macbeths Amen im Halse stecken geblieben,und schien anzuzeigen, daß er mehr befürchte, als er zu äußernsich erkühnte.
Ließ alles zusammengenommen, dachte Alan mit ziemlicherAengstlichkeit an Shakcspeare's berühmte Zeilen
— „Ein Tropfen
Im Ocean sucht einen andern Tropfen."
Beharrlichkeit war aber ein starker Zug in des jungenRechtsgelehrten Charakter. Stets und auch jetzt war er einemhitzigen Pferde ganz unähnlich, welches vor Mittag durch zugroße Anstrengung am Morgen ermüdet. Im Gegentheilschienen seine ersten Bemühungen zur Erreichung seines Vor-habens nicht hinreichend, und erst die Schwierigkeiten desUnternehmens schienen seinem Geiste die nvthige Kraft zngeben, sle zn bekämpfen und zu bestegen. Wenn er darumauf seiner ungewissen und gefährlichen Bahn etwas ängstlichvorwärts schritt, so darf man darum doch nicht glauben, daßer auch nur mit einem Athemzug an die Möglichkeit gedachthabe, seine Untersuchung aufzugeben, und Darfle Latimer