„Wohl, wohl, mein Lieber," sagte die Dame mit dem ruhi-gen Lächeln der Unterwerfung, „Ihr versteht cS am besten,und werdet thnn, was Ihr für gut findet, diese Gegenständesind weit über meinen Horizont, ich zweifle nur, ob die Stadt-uhr je so richtig gehen und Eure Mahlzeit so richtig auf denTisch kommen wird, als ich es wünschte, bis Peter Mac Al-pin seinen Dienst wieder hat. Der Mann ist alt, kann nichtarbeiten, und leidet deßhalb Mangel, dennoch ist er der ein-zige, der eine Glocke zu richten versteht."
Man kann hier im Vorbeigehen bemerken, daß trotz dieserWeissagung zu deren Erfüllung die schöne Cassandra wahr-scheinlich alle Mittel in Händen halte, doch erst nach demzweiten Rathstage, das strafbare Benehmen des jakobitischenGlöckners in Vergessenheit kam, und daß ihm noch einmaldas Geschäft zngetheilt wurde, für die Stadt die Zeit undfür den Hrn. Richter die Essensstunde zu bestimmen. Dießmalging die Mahlzeit angenehm vorüber. Snmmertrees schwatzteund scherzte mit der leichten Unbefangenheit eines Mannes,der sich über seine Gesellschaft erhaben fühlt. Er war wirk-lich eine wichtige Person, wie sich aus einem stattlichen Aeußernergab; sein Hut war mit peius ü'Lspgxue besetzt, sein Rockund seine Weste ehemals reich gestickt, jetzt aber ziemlich ab-getragen. Seine glänzenden Hals- und Handkrausen warennur, die erste etwas stark verrunzelt, und die andere etwasbeschmutzt; auch darf sein langer Stoßdcgen mit silbernemGefäße hier nicht vergessen werden. Sein Witz oder vielmehrseine Laune gränzte an's beißende, und zeigte ei» unzufrie-denes Gcmüth; und obgleich er kein Mißfallen zeigte, wennder Hr. Richter einen Gegenwitz versuchte, so schien er csdoch nur zu dulden, wie ein Fechtmeister, der seinem Zöglingzuweilen gestattet, ihm einen Stoß beizubringen, nur um ihn