geblich auf tausenderlei Weise, und mußte endlich den Schlußmachen, daß entweder das vermuthete Zeichen ans meinerStirne nur eingebildet, oder durch willkürliche Anstrengungnicht hervorgerufen werden könne. Während ich so meinGesicht gleich einem tollen Spieler in alle mögliche Faltenzog, öffnete sich plötzlich die Thüre, und das Hausmädchentrat ein. Unwillig und beschämt in einer so sonderbarenBeschäftigung betroffen worden zu sein, wandte ich mich raschum, und vermuthlich brachte jetzt der Zufall auf meinem Ge-sicht jene Veränderung hervor, um die ich Mich vergeblichangestrengt hatte.
Das Mädchen bebte zurück, und sagte: „Um Gotteswillen,jetzt seht Ihr ja aus leibhaftig wie der alte Squire — aberda kommt er selbst." Indem sie schnell hinanswischte, setztesie hinzu: „Und wenn Ihr noch einen Dritten braucht, so istder alte Harry derjenige, der am besten die Stirne runzelnkann."
Als das Mädchen mit diesem Ausruf das Zimmer ver-lassen hatte, trat Hernes ein. Er hielt an, als er bemerkte,daß ich wieder in den Spiegel geschaut hatte, um das Ge-sicht zu machen, wodurch das einfältige Ding ohne Zweifelerschreckt worden war. Er schien meine Gedanken zu erra-then, denn er bemerkte, als ich mich zu ihm wandte: „Zwei-felt nicht, daß Eurer Stirne das unglückliche Zeichen unseresGeschlechts aufgedrückt ist, wenn auch jetzt noch nicht so kennt-lich als dann, wenn Jahre und Kummer, wenn die Spurenstürmischer Leidenschaften Eure Stirne gefurcht haben werden."
»Ge-eimnißvoller Mensch," erwicderte ich. „Ich weiß nicht,wovon Ihr sprecht; Eure Rede ist so dunkel als Eure Pläne."
„Setzt Euch nieder," sagte er dann, „und hört: Soweit wenigstens muß der Schleier gelüftet werden, worüber