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22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
280
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mich auf das Pferd, sprang hinten auf, hielt mich mit dereinen Hand, während er mit der Anderen das Pferd lenkte.Hülflos und von Schmerzen gepeinigt wie ich war, war mirder Grad der Gefahr unbekannt in der wir schwebten; einmalaber glaubte ich, mußte das Pferd schwimmen oder war dochnahe daran, und nur mit Mühe gelang cs meinem ernsten,gewaltigen Führer, meinen Kopf über dem Wasser zu halten.Vorzüglich erinnere ich mich des Stoßes, den ich fühlte, alsdas Thier, indem es versuchte das Ufer zu erreichen, sich bäumteund fast rücklings umgestürzt wäre sammt seiner Last. Wahr-scheinlich dauerte dieser grauenvolle Zustand wohl nicht mehrals zwei oder drei Minuten, Entsetzen und Todesangst aberschien sie mir fürchterlich zu verlängern.

Als ich so dem Untergang entrissen worden war, konnteich zu meinem Beschützer oder zn meinem Unterdrücker (denner verdiente beide Benennungen) nur die Worte sagen:Ihrwollt mich also nicht ermorden?"

Indem er mir antwortete, lachte er, aber es war ein Ge-lächter, das ich nie wieder hören möchte:Ihr glaubt wohl,sonst hätte ich den Wellen die Arbeit überlassen? Aber wennder Schäfer seine Schaafe ans dem Wasser zieht, geschiehtes wohl um ihnen das Leben zn retten? Schweige abermit Fragen und Gesprächen. Was ich thun will, das kannstdu eben so wenig errathen oder verhindern, wie ein Mannmit seiner hohlen Hand die Solway ausschöpfen kann."

Ich war zn sehr erschöpft, als daß ich hätte antwortenkönnen; und da ich an alle» Gliedern gelähmt und erstarrtwar, so mußte ich es ohne Wiederstand dulden, daß man michauf ein Pferd setzte, das man zu diesem Endzwecke hergebrachthatte. Mein furchtbarer Führer ritt auf dieser, eine anderePerson auf jener Seite, und so hielten sie mich aufrecht im