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22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
279
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Noch immer hörte ich einzelne Flintenschüsse, bald aberverlor sich der Schall in dem Donner der nahenden Brandung.Verzweiflungsvoll raffte ich die letzten Kräfte zusammen,richtete mich auf, und es gelang mir eine sitzende Stellunganzunehmen, die mir nur die Gefahr noch anschaulicher machtein der ich schwebte.

Dort lag mein Vaterland mein liebes England dasLand, wo ich zuerst das Licht erblickte, wohin sich seit meinemfrühesten Alter alle meine Wünsche mit allen Vorurtheilendes Nationalstolzes, hinsehnten, dort lag cs eine Spanneweit von dem Orte, wo ich mich befand; und doch war dieseSpanne, die ein Kind in einem Augenblick überschritten hätte ein Schlagbaum, der mich auf ewig von England trennensollte, und vom Leben. Bald hörte ich nicht blos die furcht-bare Brandung sich nahen, sondern ich sah auch, bei schwan-kendem Lichte des Mondes, die schäumenden Wogen der ver-schlingenden Wellen, die wie hungrige Wölfe auf ihre Beutestürzten.

Der geringste Strahl der Hoffnung hatte mich verlassen,keine Rettung schien mehr möglich; da übermannte das Be-wußtsein meines Zustandes die Festigkeit, mit der ich Allesbisher ertrug. Meine Augen wurden feucht schwindelndund verzweifelnd vor Furcht mein Kopf ich schnatterte undheulte wie die heulende, tobende See. Schon hatten zweigroße Wellen den Wagen erreicht, da erschien, wie durch Zau-ber, der oft erwähnte Anführer der Rebellen an meiner Seite.Er sprang vom Pferde in den Wagen, zerschnitt die Leinwand,die mich fesselte, befahl mir aufzusteheu und in's Teufels Na-men das Pferd zu besteigen.

Wie er aber sah, daß ich unfähig war, ihm zu gehorchen,da ergriff er mich, wie man ein halbjähriges Kind faßt, warf