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22 (1852) Redgauntlet
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richtig erhalten haben wirst. Warum befolgte ich den Rathnicht, den du mir so oft gabst? Warum verzögerte ich meinenAufenthalt in einer gefährlichen Nachbarschaft, vor welchermich eine gütige Stimme warnte? Doch das sind jetzt, un-nütze Fragen; mein Schicksal hat mich verblendet, wie eineMotte flatterte ich um das Licht, bis ich mir die Flügel ver-brannte.

Schon war der größte Theil des Tages verflossen undschwer lastete die Zeit auf mir. Freilich sollte ich crröthcn,wenn ich bedenke, wie oft mir der thenre Freund, für dendieser Brief bestimmt ist, Vorwürfe über die Leichtigkeit machte,mit welcher ich in müsflgen Augenblicken meine Handlungenvon Personen leiten lasse, die zufällig in meiner Nähe sind,statt mir die Mühe zu geben, für mich selbst zu denken undzu entscheiden. Seit einiger Zeit hatte ich einen Diener undBoten, Namens Benjamin, in meine Dienste genommen; erwar der Sohn einer gewissen Wittwe Coltherd, welche in derNähe des Shepherd's Busches wohnt. Ich gestehe ein, daßin der letzten Zeit der Knabe einen größeren Einfluß aufmeine Handlungen ausübte, als der Unterschied, welcher zwi-schen unserem Alter und Stande obwaltete, es hätte zulasscnsollen. Jetzt wandte er alle Uebcrredungskünste an, michglauben zu machen, es wäre das größte Vergnügen, das mansich denken könne, zuzuschen, wie man bei der Ebbe die Fischeans den Reusen hole, welche in der Solway aufgestellt sind;er drang so sehr darauf, daß ich doch diesen Abend hingehensollte, daß ich, wenn ich es mit den übrigen Umständen ver-gleiche, nicht anders glauben kann, als daß er einen beson-deren Beweggrund dazu hatte. Ich erwähne diese Kleinig-keiten, damit, im Falle diese Papiere in Freundes Händefallen, der Knabe ausgesucht und verhört werde-