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„Sie nannten die Männlichkeit, Madame, und zugleich spra-chen Sie von persönlicher Gefahr. Nun aber sagt mir meinBegriff von Männlichkeit, daß es feige ist, vor zweifelhaftenGefahren zu entfliehen. Sie, die Sie so viel von meinemSchicksal zu wissen scheinen, daß ich Sie meinen Schutzengelnennen möchte, sagen Sie mir welche Gefahren mich bedrohen,damit ich urtheilen kann, ob mir die Männlichkeit gebietet, siezu erwarten oder sie zu flieh»."
Diese Aufforderung brachte Sie in große Verlegenheit.
„Sie lassen es mich theuer entgelten, daß ich Ihnen men-schenfreundlich meinen Rath anbot," erwiederte Sie endlich:„Ich gestehe es ein, daß ich an Ihrem Schicksale Theil nehme,woher diese Theilnahme aber entsteht, das darf ich Ihneneben so wenig sagen, als woher und von wem Sie gefährdetsind; doch ist cs nicht minder wahr, daß die Gefahr sehrnahe, unendlich groß ist. Fragen Sie mich nichts mehr da-rüber, um Ihrer selbst willen verlassen Sie dieses Land. WoSie auch sein mögen, überall sind Sie sicherer- — Hier ziehenSie sich selbst Ihr Unglück zu!"
„Muß ich denn so das einzige Wesen auf Erden verlassen,das Theilnahme an meinem Schicksal zeigt? — Ach, sage»Sie es nicht — sagen Sie mir, wir werden uns Wiedersehen,dann soll die Hoffnung mir ein lieber Leitstern sein, der mirdie Bahn zeigt, die ich wandeln soll."
„Wahrscheinlich" sagte Sie — „höchst wahrscheinlich wer-den wir uns nie mehr Wiedersehen. Die Hülfe, die ich Ihnenjetzt gewähre, ist Alles, was in meinen Kräften steht; ich thatIhnen nicht mehr, als was ich einem Blinden thun würde,den ich dem Rande eines Abgrundes zugehen sehe; es darfSie nicht in Erstaunen versetzen, und gebietet keine Dank-barkeit."