193
innerung, ernst wie sie gethan, erwiederte ich: „ES ist wahr,ich habe mich einer bessern Erziehung zu erfreuen gehabt,als diese armen Leute; aber Sie Madame, deren gütige Für-sorge ich dankbar anerkenne, Sie müssen von meinem Standemehr wissen als ich selbst. — Ich darf weder sagen, daß ichihnen in Geburt, da ich sie selbst nicht kenne, noch daß ichihnen in Vermögen überlegen bin, da auch darüber ein un-durchdringlicher Schleier liegt."
„Und warum sollte Sie denn Jhre Unkcnntniß dieser Punktezu niederer Gesellschaft und gemeinen Gebrauchen verleiten?"antwortete mein weiblicher Mentor. „Ist cs männlich, zuwarten, bis das Glück Ihnen freundlich zulächelt, und zwarzu einer Zeit, wo Ihre eigene Thatkraft Sie emporhebenkann? Liegt Ihnen nicht das Gebiet der Wissenschaften offen— nicht das des männlichen Ehrgeizes — des Kriegs? —das Kriegshandwerk nicht, das haben Sie schon so theuerzahlen müssen."
„Ich will mich ganz Ihren Wünschen fügen," antworteteich eifrig — „Sie dürfen mir nur den Weg anzeigen, undSie werden sehen, ob ich ihm nicht willig folge, wäre es auchnur, weil Sie mir es befehlen."
„Nicht weil ich cs Ihnen befehle," sagte das Mädchen,„sondern weil Vernunft, gesunder Menschenverstand undMännlichkeit, weil Ihnen mit einem Worte, Rücksicht auf Ihreeigene Sicherheit denselben Rath ertheilt."
„Wie dem auch sei, gewiß nahm Geist und Vernunft nieeine schönere Form — der Ueberzengung an," fügte ich hastighinzu, denn sie wandte sich von mir ab und gab mir keineGelegenheit meinen angefangenen Sah zu beendigen, bis ichentschlossen, unser Gespräch bis zum aufklärenden Ziele zubringen, die nächste Pause im Tanz benutzte, ihr zu sagen:Nedgauiitlet. 1Z