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Ohne auf diese Artigkeit Rücksicht zu nehmen, ergriff siedie nächste Gelegenheit mir zu sagen: „Wird wohl Mr. La-timer einer Fremden, die ihm wohl will, die Frage verzeihen,ob cs recht ist, daß er, in seinem kräftigen Alter, Bcschäfti-gnngen so sehr scheut, daß er eines thörichten Vergnügenswegen sich so leicht in niedrige Gesellschaften mischt."
„Sie sind streng, Madame," antwortete ich; „doch kannich mich unmöglich durch eine Gesellschaft entehrt finden, inwelcher ich-"
Hier mußte ich mich selbst unterbrechen, weil ich fühlte,daß meine Antwort eine unhöfliche Wendung nahm. Das^r§uinentum all Iwminem, die letzte Zuflucht des gebildetenMannes, kann manchmal durch Umstände entschuldigt werden,aber selten oder nie das .-lr^nmentuin all foeininam.
Sie füllte die Lücke meiner Rede selbst aus. „In welcherSie mich treffen, wollten Sie wahrscheinlich sagen? Aberder Fall ist sehr verschieden. Mein unglückseliges Schicksalzwingt mich, dem Willen Anderer zu folgen und Plätze zubesuchen, welche ich in einer andern Lage gern vermeidenwürde. Ueberdieß theile ich, wenn ich diese Paar Minutenausnehme, jene lärmende Freude nicht — bin bloß Zuschauerund werde von meinen Dienern begleitet. Ihre Lage ist abersehr verschieden — ans eigener Wahl sind Sic hier, Sie sindTeilnehmer und Beförderer der Vergnügungen einer Classcvon Menschen, die in Erziehung, Geburt und Vermöge» sotief unter Ihnen stehen. — Wenn ich etwas hart rede, Mr.Latimer," fügte sie mit der süßesten Stimme hinzu, „so meineich es doch von Herzen gut."
Ihre Rede brachte mich in Verwirrung, denn „streng warsie in jugendlicher Weisheit," alles Natürliche und Lebhafte,das einem solchen Gespräch ziemt, verschwand ans meiner Er-