Druckschrift 
22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
168
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Wenn Ihr mir das Geld auf lange Zeit hinaus borgenwollt, Sir sonst gibt es auf Erden keine Hülfe für mich."

Aber unter der Erde kann cs geben," crwiedcrte derFremde.Kommt her, ich will offen mit Euch reden; ichkönnte Euch wohl gegen eine Verschreibung das Geld leihen,aber ich glaube, Ihr werdet über die Zahlungsart Bedenkentragen- So wißt denn, daß Euer alter Laird Eurer Flücheund des Wehklagens Eurer Familie wegen, im Grabe keineRuhe findet; wenn Ihr es aber wagen wollt, ihn zu besuchen,so wird er Euch die Quittung geben."

Bei dem Vorschläge standen meinem Großvater die Haarezu Berge, aber er dachte, sein Gefährte wäre wohl ein lau-niger Bursche, der ihn nur erschrecken wollte und ihm amEnde doch das Geld leihe» würde. Ueberdieß war er vomBranntwein erhitzt, vor Kummer der Verzweiflung nahe; ersagte also:er habe Muth genug, der Quittung wegen bisan die Pforten der Hölle und noch einen Schritt darüberzu gehen." Der Fremde lachte laut auf.

Fort gings also durch das dichteste Gehölze, als plötzlichdas Pferd am Thore eines großen Hauses stehen blieb; hättemein Ahne nicht gewußt, daß er wenigstens zehn Meilen da-von entfernt wäre, so würde er sicher geglaubt haben, daswäre das Schloß Redgauntlet- Sie ritten in den Vorhof,über die verwitterte Zugbrücke, dann durch das alte gothischeThor; die Vorderseite des Hauses war hell erleuchtet, da er-tönten Pfeifen und Geigen, da wurde getanzt und jubilirt,wie im Hause des Sir Robert am Weihnachtsabend und anJubilate, oder an anderen Festen. Sie stiegen ab und meinGroßvater band, wie es ihm schien, sein Pferd an denselbenRing, an den er es denselben Morgen befestigt hatte, alsZerzu dem jungen Sir John ging.