meinem Großvater die Banden seiner Geduld sämmtlich ge-sprungen, er vergaß im Streit mit dem Laune unglücklicherWeise Alles, was er Gott und den Menschen schuldig war,stieß Redensarten aus, die die Zuhörer schaudern machten —kurz, es war nicht mehr derselbe Mensch; toll und wild ver-brachte er den Tag.
Endlich trennten sie sich und mein Großvater ritt durchden finstere» Tannenwald von Pitmurkie nach Hause. Ichkenne den Wald, ob er aber finster oder hell ist, das kannich nicht sagen. — Am Eingang des Gehölzes ist ein brach-liegendes Alment und am Ende des Alments ein kleines,einsames Wirthshäuschen; Steenie verlangte von der Wirthin(Tibbie Faw war ihr Name) ein Glas Branntwein, denn erhatte de» lieben langen Tag nicht das Geringste zu sich ge-nommen. Tibbie ging ihn ernstlich an, etwas zu sich zunehmen, er aber verweigerte cs, zog den Fuß nicht aus demSteigbügel, leerte das Glas in zwei Zügen und brachte beijedem einen Toast. Der Erste hieß: „dem Andenken desSir Robert Redgauntlet, nickt eher möchte er im GrabeRuhe finden, bis er seinem armen Unterthanen Recht ver-schafft " Der Zweite: „auf die Gesundheit des bösen Fein-des, wenn er ihm den Geldsack wieder verschaffen oder sagenwollte, wo er hingekommen sei, denn er sähe, daß die Weltihn doch für einen Dieb und einen Betrüger halten würde,und das wäre ihm ärger, als der Verlust von Haus und Hof."
Fort ritt er, wohin? darum bekümmerte er sich nichts.Finstere Nacht ward cs, finsterer noch im Dunkel der Bäume;er überließ es seinem Pferde, sich selbst den Weg zu suchen,als das Thier, so ermattet und müde es vorher war, plötzlichanfing sich so furchtbar zu bäumen, um sich zu schlagen undzu toben, daß mein Großvater sich kaum im Sattel halten