99
Wirtes b'uera, sondern kalt und ruhig) es mir wieder wegnahm,und es auf den Tisch legte, indem er trocken sagte: „Duschlugst es eben aus, Freund Latimer."
Diese guten Leute erkennen das Recht nicht an, sein Wortzurücknehmen zu dürfen, was dein guter Vater das Privile-gium der Bewohner von Aberdeen nennt; oder wie die Wei-se» sagen, den zweiten Gedanken.
Diesen kleinen Wink abgerechnet, der mich belehrte, daßich mich unter sehr pünktlichen, eigenthümlichen Menschen be-fand, war in meinem Empfang nichts Ausgezeichnetes — nurbemerkte ich die ängstliche, gleichförmige Zuvorkommenheit,von welcher alle Aufmerksamkeitsbezengnugen meiner neuenFreunde deutliche Spuren trugen; als wären sie besorgt, da-für mich fühlen zu lassen, daß die Vernachlässigung der ge-bräuchlichen Höflichkeitsbezengnngen, die ihnen ihr Glaubeverbietet, nur ihre Gastfreundschaftlichkeit noch herzlicher mache.Endlich war mein Hunger gestillt, und der würdige Quäker,der mit gutmüthigen Blicken meinen Appetit beobachtet hatte,wandte sich mit folgenden Worten an seine Schwester:
„Dieser junge Mann, Rahel, hat in den Zelten unseresNachbars, den man den Laird nennt, übernachtet. Es thutmir leid, daß ich ihm nicht gestern Abend begegnete, dennunseres Nachbars Gastfreundschaft wird zu selten in Ausübunggebracht, als daß er mit den Mitteln zum Empfang gutvorbereitet sein konnte."
„Nicht so, Josua," sagte Rahel, „wenn unser Nachbaretwas Gutes that, so solltest du ihn bei dieser Gelegenheitnicht schelten; hat unser junger Freund eine Nacht schlechtzugebracht, so mag ihn das Bessere, das Gott ihm künftigschickt, um so viel mehr erfreuen."
„Und damit er das besser könne," sagte Josua, „so wollen
7 *