Druckschrift 
23 (1852) St. Ronans-Brunnen
Entstehung
Seite
521
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©er Sammerbiener ©r. £errlicbfeit betrat fo eben baß3immer; ein ernfterTOann »on höflichem, befcheibenem Sleußern,fcbon über baß SDtittelalter roeg, »an blaffer ©eßchtßfarbe, miteinem finftern, tiefßnnigen 21uge, leife auftretenb, unb wenigSBorte macbenb, aber mit ber außfcbliefjenbßen Slufmetffam*feit allen Pflichten feines Slmteß narbfommenb.

„©olmeß!“ begann ber ®raf, unb bracb bann furf ab.„Sflplorb!“ — Sine *J)aufe erfolgte; noch einmal fagte berSorb „©olmeß!“ fein ©tener ermieberte: §>errlicbfeit!“

unb mieber fcbmiegen Seibe, biß enblich ber ®raf, alß falleihm jefct erft baß Steebtc ein, fortfubr: „21(6, ich erinnere mich,maß icb Such fragen wollte — eß betraf bie (Sinricbtung beßJjieftgen ^oftcourfeß. 3d> »ermutbe, er iß eben ni(6t febrregelmäßig ?“

„SRegelmaßig genug, 95?»Iorb; namlicb ben bießgen Ortanbetreffenb. — 25ie Seute im alten Ort aber belommen ihreSriefe nicht fo orbentlicb.“

„SBeßbalb nitbt, ©olmeß?“

„©aß alte SSSeib, welcbeß bort bie Heine ©cjenfe bat, ifiin gar üblem Gfinoerßänbniß mit ber biefigen fpoßmeißerin.— ®ie Sine roill bie ©riefe nicht holen taffen, bie ßtnberefie nicht hinauf fenben; fo rnerben fte benn oft »etloren, »er*morfen, ober nach bem ©eneralpoßamt jurücf gefanbt.“

„3ch münfcbte mobl, bieg möchte bei einem fPafet, melcbeßich in menigen Sagen erwarte, jtd) nicht ereignen. — @ßfoKte eigentlich fchon hier fein, ober fann minbeßenß 2lnfangßber SBoche einfreffen. — @ß fömmt »on bem umftänblichen@fel, bem Ouafer Srucman, ber mir immer unter meinemSauß unb gamiliennamen, granctß Sprrel, febretbt. <5ß ißfebr möglich, baß et auch bie ©aßbaufer »ermechfelt, unb eßmürbe mir febr unangenehm fein, menn eß in -Dfr. SDfartignp’ß