Druckschrift 
23 (1852) St. Ronans-Brunnen
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

140

mit etwas gemäßigtem ©cbritt bie 9lnhöf>e hinauf tarn, un*gefähr fecßS ©Hen »on ber jungen Same in ber SKitle bet©cßlucht.

©ie gog ben 3ügel an unb hielt, als homme ein ©onnet=fdßlag ihren ?auf. — „©lara! — ©prrel!“ — ©ich warenbie einigen SÜBorte, welche gwifeben ihnen gewecbfelt würben,bis enblich Sprrel, langfam, als berfagten feine Süße ihmben ©ebraueß, aUmäßlig begann, ben ße trennenben 3wif(ßen:raum gu oerminbern.

©och jefct feine größere Jlnnäherung bemerfenb, rief SPlißüftombrap mit fietgenber £eftigfett: „ßiieht naher! — nichtnäher! — ©o lange »crmochte ich 3h'e ©egenwart gu er=tragen, boch SBaßnßnn fürchte ich, wenn ©ie mir nähertreten !“

„SBaS fürchten ©ie ?“ fragte 2:j?rrel mit bumpfer Stimme,währenb er langfam »orwärts trat, bis nur noch ein ©chrittgwifchen ihnen lag. „2BaS fönnen ©ie fürchten ?“

,,©en 3ügel fallen laffenb, hob GElara bie inbrünßig ge=falteten §>änbe gurn $>immel, mit faum »erßänblicher ©timmefiammelnb: „©roßer ©ott, iß biefe ©rfepeinung ein SBerlmeiner erbitten ^bantaße, fo laß fle »erfeßwinben. 3ß ßebie SEBahrheit, fo mache mich fähig, ße gu ertragen! — ©agemir, ich befchwötc bich, biß bu grancis Sprrel, lebenb unbatbmenb, ober biß bu eines jener »orübereilenben Phantome,bie, fo oft mich anßarrenb, meine fßfabe burepfreugen, ohnebem feßen Slicfe meines 2luges ©tanb gu halten ?“

„3ch bin grancis ©prrel felbß in Sleifcß unb Stut, fogewiß als bie, gu ber biefe 2Borte bringen, ©lara 3J?ow=brap iß.“

,,©ann erbarme ßch unfer ber allmächtige!“ rief ©laramit tiefem ©efüßl.