Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

dcts? Selig seyd ihr, spricht Christus, so euch dieMenschen absondern und schelten, und verwerfen eurenNamen, als einen Boshaftigen, um des Mcuschcn-sohns willen; wehe euch aber, wenn euch Jedermannwohl redet. Gott wird dich nicht richten nach dem Na-men, den dir die Welt giebt, sondern nach dem, dener dir selbst beileget. (Offcnb. 3, 12. Cap. 1-1, I. Cap.22, 3. 4.) Daruni, laßt uns Jesum frei bekennen;laßt die Welt uns Narren nennen, dort (in jener Welt)nennt sie sich selber so.

27. Es kömmt doch so pharisäisch heraus,

wenn man besser seyn will, als Andere.

Antwort. Wer sich anders stellet und anders re-det, als sein Herz es meinet, ja, wegen solches äu-ßern Scheins sich bester dünket, als Andere, der istfreilich ein großer Heuchler und Pharisäer. (Matth. 23,27. 28.) Wenn man aber von dem gottlosen Wesender Welt durch wahre Buße ausgehet, und Gott auf-richtig dienet, so ärgert und befremdet das zwar dieGottlosen, daß ihr verdammliches Leben dadurch be-straft wird. (1 Petr. 4, 4.) Aber das ist doch nichtpharisäisch; denn sonst wären Paulus und alle frommeSeelen, im alten und neuen Testament, auch Heuchlergewesen; vielmehr ist solches dem Herrn höchst ange-nehm und wohlgefällig. (Jac. 1, 17.) Damit aberein Jeder, der den Herrn fürchten will, dem Lästerernicht ins Urtheil falle, so haben wir Ursach zu wachenund fleißig zu beten, auf daß wir die Sichtungen undBlähungen des citeln Sinnes in Demuth darniedcr-schlagen. (Matth. 26, 41.)

28. So möchte man melancholisch werden.

Antwort. Der Welt Traurigkeit (da man umzeitliche Dinge sich kränket) wirket den Tod und dasWeh; dieß ist die Melancholie, die der Seele und demLeibe schadet; aber die göttliche Traurigkeit, die da wir-ket eine Schaam vor Gott, und eine Reue (über die Sün-den) zur Seligkeit, hat noch niemand gereuet. (2 Cor.