Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
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377
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Augenblicken seinen Jrrthümcrn abschwur und den katholischen Glaubenbekannte, durch den Tod. Im Schmerze darüber eilte er von seinerVaterstadt nach Karthago, wo die Zeit und neue Verbindungen seinenSchmerz linderten. Daselbst eröffnctc er eine Schule für die Rede-kunst, und trat unter großen Beifallöbczeugungen auf. Indessen^ erregten Unterredungen mit einem manichäischen Bischöfe in seinemHerzen manche Bedenken. Sofort verließ er in seinem 20sten JahreKarthago, um sich nach Rom zu begeben. Diese Reise unternahmer aber, ohne vorerst seine Mutter um Rath gefragt zu haben. AlsMonika sah, daß ihr Sohn wider ihren Willen und auch ohne sienütnehmeu zu wollen, abgcsegclt war, verdoppelte sie ihre Thronenund ihre Gebete um seine Bekehrung, nur welche sic schon so laugegefleht hatte.

In Rom unterhielt Augustin immer noch Verbindungen mitden Manichäern; kurze Zeit nach seiner Ankunft jedoch siel er ineine Krankheit, welche Alles für sein Leben besorgen ließ.Glücklich genesen eröffucte er hier eine Schule der Bcrcdtsamkcit,und wurde allgemein ob seiner Gelehrsamkeit bewundert. Sofortbegab er sich nach Mailand. Selbst der heilige Ambrosiusbezeigte ihm eine hohe Achtung und Augustin wünschte seiner SeitSdessen Bekanntschaft zu machen. Auch bei andern Gelehrten fander Zutritt, und bald war sein Geist voll Zweifel, und sein Herzvoll Schaam über das frühere Leben. Einst war er im Gartenunter einem Baume cingcschlafcn. Da glaubte er eine Stimme zuhören, welche ihm die Worte zuricf: tollo, log-o; tollo, loo-o, d. i.nimm und lies, nimm und lies. Er erwachte. Neben ihmlag die heilige Schrift und sein erster Blick fiel auf die Worte desRömcrbricfs:Nicht im Fressen und Sausen, nicht inSchlafkammeru und Unzucht, nicht in Hader und Neid,sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, undthuet nicht, wornach daö Fleisch trachtet in seinenLüsten." ' Weiter wollte er nicht lesen, auch war cs nicht nöthig;denn sobald er diesen Vcrö geendet hatte, goß ein Lichtstrahl Ruheund Sicherheit in sein Herz und zerstreute alle Finsternisse seinerZweifel. Darauf schloß er das Buch, nachdem er jedoch vorher^ Paulus an die Römer XIII., 13.