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sich noch alle Freitage des ganzen Jahres zur Vermehrung desGlaubens, für die Erhaltung des Lebens und der Staaten derregierenden Fürsten, für die Wohlthätcr, für die Seelen im Feg-feuer, für die Gefangenen, und für diejenige, welche eine Todsündeverübt haben — ein Miserere und einige Gebete lang.
In Frankreich verdankt man die Einführung dieser Karmclitine»den vereinigten Bemühungen des Cardinals Berulle und der Ma-dame Aearie, welche sofort selbst unter dem Namen Maria von derMenschwerdung in diese Anstalt trat. Eine Colonie von sechsspanischen Karmelitinen, welche man nach vielem Bitten endlicherhielt, ließen sich in dem für sie in der Vorstadt St. Jacques be-reiteten Kloster im Jahre 1604 nieder. Fromme Personen ausdem höchsten Adel des Reiches erwarteten kaum ihre Ankunft undweihten sich der Einsamkeit Karmelö. Vom Jahre 1605, sagt Picot,'mußte ein neues Haus zu Pontoise und eines zu Dijon gegründetwerden; andere errichtete man bald zu Amiens, Tours, Rouen n. s. w.Im I. 1616 gründete die Herzogin von Longueville zu Paris in derStraße Chapon ein zweites Kloster desselben Ordens, und in derFolge erhob sich in derselben Stadt ein drittes, in der StraßeGrenclle der Vorstadt Saint-Germain. In kurzer Zeit vermehrtensich sofort diese Häuser in Frankreich und am Ende desselben Jahr-hunderts gab cs deren 62 in diesem Lande. Clemens VIII. hattein einem besondern Breve für Frankreich den Abbü Berulle, Duvalund Callcmant, welche selbst ihre Nachfolger erwählen sollten, znSuperioren ernannt. Solche Männer nun waren ganz geeignet,unter den Karmelitinen den Geist der Frömmigkeit zu erhalten;und diese Frauen gaben in der That bis auf die jüngsten Zeitenglanzvolle Beispiele von Vcrzichtlcistnng auf die Welt, Anhänglichkeitan ihre Regeln und eifriger Liebe. Aber auch die Nachfolger derersten Superioren waren stets durch Verdienste und Frömmigkeitausgezeichnete Geistliche. Zu ihnen gehören die Doktoren Charton,Le GamachcS, Graudin u. s. w. Besonders aber war das Klosterin der Straße St. Jacques fortwährend der Gegenstand der Vorliebeder Königincn und Prinzcssinen, welche wetteifernd die Kirche mit
' Lssrü sur I'iiilluviico clo In reli§i»» en krnilcv pentlsiU le XVIl. siedei. 1. p. 92.