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muß ich gestehen, daß inan sie auch in unfern Tagen als ein Musterder Billigkeit entführen könnte."
So war denn also die Inquisition ein Bußsystem der Kirche,dem der Arm der weltlichen Obrigkeit nicht fehlen konnte, weilmanchmal Zwang angewcndet werden mußte. Den Bischöfen konnteman cs zu ihrer ohnehin großen Last nicht übertragen, obwohl ihreMitwirkung unerläßlich war. Die eifrigsten Beförderer der Inqui-sition waren aber nie die Dominikaner, sondern die Päpste, diefranzösischen Bischöfe, die deutschen Kaiser, der Senat von Venedigund die Könige von Spanien und Portugal. Zudem war die In-quisition nicht schon von Anfang an den Dominikanern übertragen,sondern erst im Jahre 1232 empfahl, wie Limborch in seiner Ge-schichte der Inquisition sagt, ein Erlaß Gregors IX. dem Erzbischöfevon Tarragona in Spanien, diese Mönche zu solchem Amte. Der-selbe Papst ernannte sofort im Jahre 1233 zwei Dominikaner zuInquisitoren zu Toulouse und ermächtigte im Jahre 1238 den Pro-viuzial der Predigcrbrüdcr in der Lombardei zur Wahl der Inquisi-toren. Indessen waren auch die Minoriten zu diesem Amte berufenund im Jahre 1254 theiltc Jnnocen; IV. Italien unter diese beidenOrden, und so später auch in Frankreich. '
Streitigkeiten der Pcuuinikaucr und Frangiskancr.
Die Dominikaner erhoben sich zu gleicher Zeit wie die Fran-ziskaner zu Macht und Ansehen, ohne daß anfangs Etwas ihrgutes Vernehmen störte. Im Gegcntheil sah inan sie vereinigt denKampf gegen gemeinsame Gegner kämpfen. Denn es halten sichnicht allein alle übrigen Klöster wider die beiden Bettelordcn, welcheso schnell sich auSbrcitctcn, erklärt, sondern auch noch und zwaram nachdrücklichsten die Weltgeistlichkcit, welche natürlich Gesell-schaften mit schclem Auge ansah, die frei und ungehindert in ihrePrivilegien Angriffen, überall predigten, Beichte hörten und dieSakramente auöspendeten. Ja die Opposition war so heftig gewor-den, daß die Bcttelmönche gewissermaßen nur mit Gewalt ihreAnsprüche auf Lehrstühle an Universitäten geltend machen konnten,
* Das Ausführlichere über die Inquisition siehe bei Hefele, der Cardi-nal XimeneS, S. 257-370.