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1 (1845)
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den verdcrbcnsvollcn Lehren der Ketzereien jener Zeit auch nureinigermaßen vertraut ist, wird gerne zugeben, daß die Kirche, nach-dem ihre Worte und Maßregeln der Liebe fruchtlos geblieben waren,nothwcndig, sowohl im Interesse des Staats, als in ihrem eigenen,zu strengern Strafen greifen mußte. Wie ein verzehrendes Gifthatte sich nämlich in den Adern der menschlichen Gesellschaft derManichäismus des dritten und vierten Jahrhunderts unbemerkt er-halten, und sollte das eilfte und zwölfte und den Anfang des drei-zehnten Säeulnms brandmarken.

Solche Ketzereien zu unterdrücken, war gewiß die Pflicht desPapstes, die Pflicht jedes christlichen Regenten. Die Versuche derLiebe aber waren, wenn auch nicht ganz erfolglos, doch nicht vondurchgreifender Wirkung, und man mußte daher durch die Naturder Sache zu der Einsicht kommen, die Ketzereien werden nicht eherverschwinden, als bis die Ketzer Alle ausgcrottet seien.

Wir wollen die Fehler der Inquisition nicht vcrtheidigen; alseine menschliche Einrichtung konnte sie sich solche leicht zu Schuldenkommen lassen. Allein es verriethc doch zu wenig Einsicht in dendamaligen Stand der Dinge, wenn man laugnen wollte, solche,seien es rein kirchliche oder gemischte Gerichte, seien in einer Zeitund in Ländern nicht nothwendig, wo die Religion der Mittelpunktaller politischen Bestimmungen war.

So lange die Inquisition eine eigentlich kirchliche Anstaltund in den Händen der Päpste und Bischöfe war, war sie an undfür sich ein sehr mildeö Tribunal, welches verzeihen, die Strafenmildern, reuige Gefühle in dem Misselhäter wecken, und dieser ReueSchritt für Schritt die Verzeihung folgen lassen konnte; ein Tribu-nal, welches die Strafe in eine Buße, das Blutgerüst in eine Er-ziehungsanstalt umwandelte, und die ihm Ucbcrgcbenen dem Armeder weltlichen Justiz nur im äußersten Falle überließ. Die spa-nische Inquisition aber, die am Ende des löten Jahrhundertseine Staatsanstalt wurde, entartete theils durch den Despotismusder Könige, theils durch den eigcnthümlichcn Charakter des stolzenVolks.

Und doch sagte vor nicht langer Zeit Bourgoing in seinem Ge-mälde deS heutigen Spaniens: um der Wahrheit Zeugniß zu geben,