Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
331
Einzelbild herunterladen
 

331

welchen der heil. Dominikus geschrieben hatte, blieb nicht mir un-versehrt, sondern von ihm wehte vor Aller Angen die Flamme zurück,und obwohl man ihn znm zweiten und dritten Mal hineinwarf, sowiederholte sich doch immer dasselbe, nnd offenbarte deutlich, wo derwahre Glaube, und wie heilig der Mann seyn müsse, welcher dieSchrift geschrieben hatte." > So erzählt der genannte Schüler desheil. Dominikus.

Dominikus hatte indessen die Bemerkung gemacht, daß unterden unglücklichen Verhältnissen, unter denen man lebte, die FraueneS waren, deren Sittlichkeit nnd Glaube am meisten in Gefahrschwebten. Die Ketzer wussten sich nämlich der edeln Jungfrauen zubemächtigen, wenn ihre Familien zu dürftig waren, um ihnen selbsteine ihrem Stande angemessene Bildung zu ertheilen. Bei diesemGedanken ward der heilige Mann so sehr gerührt, dass er im Jahre1206 daö Kloster zu U. L. F. von Pronille, in der Nähe von Tou-louse, gründete, in dem die bekehrten Albigenserinen und die Frauenvornehmer Familien gegen das Verderben geschützt waren. Hierwachte man über ihre Ausbildung und ihren Unterhalt. So nunwollte der Zufall, dass in diesem Orden früher Nonnen, alöMönche gab.

Diese Anstalt bot indessen zu wenig Merkwürdiges dar, alsdass man das Vorhandensein eines neuen Ordens hätte vermuthenkönnen. Allein bald zwangen die Verhältnisse den unermüdlichenMissionär, den Plan zur Errichtung einer größern Gemeinschaft zufassen. Der Bischof von Osma war nämlich gestorben. Dominiknsaber, ans dessen Schultern jetzt die ganze schwere Last der Missionruhte, liest sich im Anblicke so vieler nnd so grosser Hindernissenicht einschüchtern, und fühlte sich mehr als je begeistert, seine Unter-nehmung anszuführen. Beständig dachte er daher ans die Gründungeines Ordens von Mönchen, die mit den Hebungen der Zurück-gezogenheit und des beschaulichen Lebens das Studium der kirchlichen

r Loben dos heiligen Dominikns C. I., ». 20. Später seit ein ähnlichesWunder auch zu Montreal, aber iin Geheimen stattgefnnden haben, indem sichdie Ketzer nächtlicher Weile versammelt batten, um eine andere Denkschriftdes Dieners Gottes zu prüfen. Dießmal waren sie nbereingekommen, dasWunder zu verschweigen; allein es wurde durch Einen ans ihrer Mitte, derznm wahre» Glauben znrnckkehrte, bekannt.