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Papst noch die Vollmacht, überall zu predigen, eine Gunstbezengung,der er nur die Bedingung beifügte, sich jährlich ein Mal vor demKapitel der Observanten zu stellen.
Diese Verbesserung der Franziskaner fällt daher, wie wir bereitserwähnten, in'ö Zahr 1525 oder 1526, gerade in die Zeit der soge-nannten Reformation, welche zum Verderben der Kirche gerade da-mals zu Wittenberg ausgebrocheu war; ein sonderbares Zusammen-treffen der Umstände, indem sich in dieser Verbesserung ein Gegenmittelgegen das Uebel zeigte. Denn gerade die Kapuziner trugen sehrviel dazu bei, die niedern Klassen der Gesellschaft vor dem Gifte derHäresie zu bewahren.
Der Provinzial der Observanten ließ den Pater Matthäus, alssich dieser dem päpstlichen Aufträge gcmäsi wieder vor seinen Oberneinfand, wegen angeblicher Flucht avö dem Kloster in den Kerkersperren. Aber durch die Verwendung der päpstlichen Nichte Catha-rina Cibo, Herzogin von Camerino befreit, hatte er die Freude,bereits Freunde seines neuen Plans zu sehen. Zwar starb indessensein Begleiter Franz, aber Ludwig von Fossombrone und sein BruderRaphael entfernten sich ebenfalls von der Anstalt der Observanten,um sich mit Matthäus zu vereinigen. Der Provinzial verbot dieseVereinigung und ließ den Ludwig sogar in'S Gefängniß werfen, ausdem jedoch auch ihn die genannte Nichte deS Papstes zu befreienwußte. Im Jahre 1528 erhielten sofort die Genossen vom Papstedie schriftliche Erlaubnis;, sich unter den Gehorsam der Convcn-tualen zu begeben, ein Ordcnskleid mit einer spitzigen Kapuze tragen,in ihren Verein frische Mitglieder aufnehmcn, und in Einsiedeleienoder an andern Orten wohnen zu dürfen. So begann also imJahre 1528 der Orden der Kapuziner, welche wegen ihrer Kapuzeso genannt wurden.
Bei Camerino stand eine dem heil. Christoph geweihte Kapelle,und neben ihr ein Häuschen, das zur Wohnung des Priesters diente,der hier den Gottesdienst zu besorgen hatte. Daselbst ließen sichLudwig von Fossombrone und seine Gefährten, nachdem sie sich mitdiesem Priester verglichen hatten, zuerst nieder. Täglich strömtenneue Gefährten herbei und so wurde dieser Aufenthalt zu klein,weswegen ihnen die Herzogin von Camerino ein beinahe verfallenes