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Hieronymitcnkloster bci Colmcnzono, ungefähr eine Stunde von Ca-merino entfernt, cinränmcn ließ. Da aber die Anzahl gleichgesinn-ter Genossen stets wnchs, so ließ Ludwig noch ein zweites Klosterzu Monte Melone erbauen.
Die häufigen, durch die Predigten dieser Mönche erfolgten Be-kehrungen, und die liebevolle Hilfe, die sie dem Volke bei eineransteckenden Krankheit, mit der eben damals Italien geschlagen war,leisteten, gewannen ihnen eine allgemeine Achtung. So kam eS, daßAlles ihren Klöstern znströmte, deren Anzahl sic daher vergrößernmußten, was mit um so weniger Unkosten geschehen konnte, daman weder Steine, noch Kalk, noch Mörtel dazu nahm, sondernsich mit Holz und Lehm begnügte und Alles daran von Armuthzeugte. Als man nun sah, wie die Kapuziner die Regel deS heil.Franziskus nicht nur iu der ganzen Strenge ihrer buchstäblichenErklärung befolgten, sondern nebst den vorgcschriebenen Hebungennoch neuen oblagen, als man sah, wie sic tagtäglich fasteten, sichharten Züchtigungen unterzogen, barfuß und mit bloßem Haupteauögingen, wie sic ferner das alte Verbot, Geld anzunehmen, in derganzen Strenge, in der eö die ersten Minoritcn beobachtet hatten,wieder geltend machten — da schloß man sich schaarcnweise an siean. Conventualcn und Observanten verließen ihre Congregationcnund eilten in die Klöster derselben, so daß sic schon im Jahre 1529ihr erstes Generalkapitel zu Alvaeina halten konnten, ans welchemMatthäus von Baschi zu ihrem ersten Generalviear erwählt wurde,der sofort um uvch den Generalmagistcr der Conventualcn über sichanerkannte.. Die Observanten blieben dagegen bei diesem schnellenZuwachse der Kapuziner nicht unthätig; doch diese setzten sich überVerläumdungcn und Verfolgungen siegreich hinweg. Clemens VII.aber, der ihre Unterdrückung beabsichtigt hatte, änderte, von Freun-den der Kapuziner ermuntert, seine Gesinnungen; sein NachfolgerPaul III. erwies sich gegen ihre Verbesserung stets günstig, und ver-schaffte ihnen Gelegenheit, neue Anstalten zu gründen und den Or-den immer mehr und mehr zu befestigen.
Als aber die Kapuziner vom Eremiten- zum Klosterleben über-gingen, verbot eine päpstliche Bulle allen, welche nicht ein demGeneralviear unterworfenes Kloster bewohnten, das Tragen einer