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Ebenso ist auch ihre Kleidung nicht überall gleich, und anfangswar sie keine iwrinirte, sondern sie sollte nur einfach und bescheidenseyn. Der große Bcghincnhof zu Gent hat noch jetzt 000 Begin-nen, sonst aber sind ihre Hofe weniger bevölkert, als früher, undin manchen belgischen leben deren nur noch 7 biö 12. Ihre Blüthe-zcit war das 13te und 14te Jahrhundert, und schon um die Mittedes löten geriethcn sie in Verfall. Viele ihrer über ganz Deutsch-land verbreiteten Höfe gingen durch die Reformation ein.
So haben denn also die Beginnen ihren Namen von ihremwahren Stifter Lambert le Begues. ' Anfänglich wurden seine An-hängerinen spottwcise Beginnen oder Begntten genannt, wie erselbst Beghvt (von diesem Bcgot oder Begutte stammt wahrscheinlichdas deutsche Wort Bigot). Was aber anfangs Spottname war,wurde später als Ehrennamen beibchalten. Wenn man noch be-denkt, daß man im altfranzösischcn lc Beghe schrieb, so ist die Ab-leitung außer allen Zweifel gesetzt. Bei der Verbreitung der Beg-innen in verschiedene Länder aber mußte sich natürlich ihr Namenach den Gesetzen des Idioms in einem jeglichen Lande bequemen,
Dagegen hat I>e. Hallmann, der zu Vilvorde selbst eine gründliche Unter-suchung hierüber anstellte, im Jahre 1842 ans einer Reihe Urkunden nachge-wiesen, daß der Vilvordcr Beghinenhof von der Herzogin Sophie von Bra-bant, einer Tochter der heiligen Elisabeth von Thüringen und Gemahlin Hein-richs II. von Brabant, im I. 1239 gestiftet worden sei, und hat selbst dieBestätignngünrknnde des Vilvordcr Hofs in seiner „Geschichte des Ursprungsder belgischen Beghinen" S. 69 abdrncken lassen.
Demnach sind die Vilvordcr Urkunden in der Jahreszahl verfälscht, zumalda ihre Schrift sic offenbar an das Ende des I4ten oder den Anfang des ILtenJahrhunderts verweist.
> Mosheims Ableitung von beggen betteln, und auch „eifrig bitten undbeten" scheint in Ermangelung besserer Gründe und besonders in der Meinung,die Vilvordcr Urkunde sei acht, ihre Ursache zu haben. In dieser Voraus-setzung nämlich wäre Lambert der Stammler gleichsam blos der Reformatorähnlicher längst vor ihm bestehender Anstalten, eine Voraussetzung, die natür-lich bei Hallmanns Nachweisnng über die Unächtheit der Jahrzahl in genann-ter Urkunde in sich selbst zusammensinkt.
Der Zuname Lamberts gab anch zu der Frage Veranlassung, ob BegueSsein Familienname von einem stammelnden Vorfahren her sei, oder ob er selbstwegen dieses Fehlers so genannt worden sei. Die erste Ansicht scheint um sogegründeter, als dcrjelbe Name auch in Belgien als Familienname eristirt,letztere aber um so unwahrscheinlicher, als Lambert ein sehr tüchtiger Predi-ger war.