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Jahrhunderten gleiche Erscheinung, die sich bis an das Ende derWelt erneuern wird, weil die Tugend unter jeder Gestalt ans dasHerz deö Menschen unverjährbarc Rechte besitzt.
Der zweite Grund besteht darin, daß der Stifter seine Mönchedem Dienste der Kirche in der Eigenschaft von Missionären undPredigern widmete. Diese Bestimmung hatte nämlich den Vortheil,daß sic die Beobachtung des Klosterzwanges diesen heiligen Beschäf-tigungen untcrordnete, und ihren Wirkungskreis weit über das engeGebiet der Klostermauern anSdchnte, so zwar, daß sie der Kirchebald eine wesentliche Unterstützung gewährten, indem sic den Lchr-begriff der katholischen Einheit allenihalben verkündigten. Als muth-volle Soldaten Jesu Christi, eifrige Apostel für die päpstliche Ober-hoheit sah. mau zu den Zeiten der Häresie am Hofe der Fürstenund in den Schlössern der Großen, wie sic das Wort führten, dieWissenschaften liebten, und so den heilsamsten Einfluß auf denGeist, und dadurch auch auf die wichtigsten Ereignisse ausübten.Man sah sie die Streitigkeiten unter Fürsten schlichten, Friedens-Verträge schließen, Bündnisse knüpfen, im Nathe der Könige denVorsitz führen und die Höfe leiten; und selten war diese Thäligkcitder Franziskaner in zeitlichen und staatlichen Angelegenheiten einerRegel zuwider, die, weit entfernt, den Mönchen znm EhrgeizeVeranlassung zu geben, ganz besonders in der Absicht verfaßt zuseyn schien, ihm znvorzukvmmen und ihn zu ersticken.
Obwohl in dieser Epoche die päpstliche Bekräftigung für dieCristen; einer jeden religiösen Anstalt noch keine unumgänglichnothwcndige Bedingung war, so machte sich doch der heilige Fran-ziskus alsbald nach der Entwerfung seiner Regel auf den Wegnach Rom, um vom heiligen Stuhle ihre Bestätigung cinzuholen.Jnnocenz lll. wollte anfänglich eine Regel nicht bestätigen, die ihm,nach seinem seltsamen Ausdrucke, eher für unreine Thiere, als fürMenschen versaßt zu sehn schien. Sei cs nun, daß er im Traumeeben den von ihm verschmähten Armen in der Stellung sah, wieer die Kirche des heiligen Johannes vom Lateran, die einznfallendrohte, stützte, oder daß die Nacht, welche häufig Rath schafft,ihm über die ungeheuren Vortheilc, die die neue Anstalt der Kirchegewähren würde, nachzudenken erlaubte— kurz, er ließ den Heiligen