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stets cin Beispiel in der geschickten Anwendung von Ausdrücken, so.daß man hätte glauben können, er nehme selbst dann Befehle an,wenn man solche von ihm erhielt. Demnth war für diese Möncheeine heilige unverletzliche Pflicht, die daö Verdienst ihrer Unter-würfigkeit noch erhob. Darauf deutete auch ihre Kleidung, derArmuth Kennzeichen, unaufhörlich hin; Alles, ja sogar ihreNamen waren darauf berechnet, sic zu erinnern, daß sie zur Demuthverpflichtet seien. So groß auch ihre Achtung gegen ihren Stifterwar, ko wollten sie doch lieber mindere Brüder als Franziskanergenannt werden; ihr Oberhaupt nahm statt dcS Titels „Prior,"der ihm zu prachtvoll schien, den bescheidenen Namen „Minister"(Diener) seiner Brüder an.
Neber das Gelübde der Keuschheit drückte sich der heilige Fran-ziskus mit um so entschiedenerer Strenge aus, als die unzähligenMissionen, welche seine Schüler unternahmen, sie an der genauenBeobachtung der Clausur hinderten, und ihr fortwährender Verkehrmit der Welt dennoch ihren großen Ruf in der Enthaltsamkeit undReinheit nicht verwischen sollte. ES ist Sünde, sagte der gewissen-hafte Gründer, mit einer Frau eine Unterhaltung anzuknüpfen.„Die Gelegenheit schwächt auch den stärksten Mann. Bei einemhäufigen Umgang mit Frauen muß das Herz leiden; wie manauch nicht Feuer in seinen Schoos legen kann, ohne sich zu brennen.Braucht cin Mönch, fügte er hinzu, mit Frauen zu verkehren, äußer-es handle sich darum, sie im Gcrichtsstnhle der Buße anzuhören,oder ihnen rücksichtlich ihres Heiles Räthe zu erthcilcn? Wennman dem bösen Feind nur den geringsten Eingang gestattet, soerregt er gleich einen gefährlichen Krieg. Man ist bald besiegt,wenn man sich sicher wähnt."
Gleichwohl dürfen wir glauben, daß der strengen Regel un-erachtet die neue Anstalt nur einen vorübergehenden Einfluß ge-nossen hätte, hätten nicht zwei Gründe mitgewirkt, die ihr außereiner so schnellen und ausgedehnten Verbreitung, die an's Wunder-bare gränzte, zugleich ein so mächtiges Ansehen sicherten.
Der erstere dieser Gründe aber ist der Umstand, daß der heiligeFranziskus Schüler heranbildete, die ihm glichen; die Kraft ihrerTugenden gewann Tausende von neuen Anhängern; eine in allen