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1 (1845)
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die trostreiche Beobachtung machen konnte, diese heilige Gesellschaftbald volksthümlich gemacht. Um so dringender schien eS ihm, seinenMitbrüdern eine außerordentlich strenge Regel zu geben, die siegegen alle Täuschungen der Welt, mit der sie ja beständig zu thnnhatten, sicher stellte. Ta diese Regel zum ersten Mal das Band,das sic vereinigte, fester schloß, so verlegt man die Gründung dcSOrdens der minderen Brüder (Minoriten) inS Jahr 1210, in demjene verfaßt worden war.

Die Folgezeit zeigte es, daß der heilige Franziskus vermögeseiner Anlagen am fähigsten war, in allen Zweigen des Kloster-standcs eine Verbesserung einznführen, welche den Bedürfnissen derZeit wundersam entsprach. Die drei Gelübde der Armuth, deS Ge-horsams und der Keuschheit bilden Wohl die Basis seiner Regel,allein er gestaltete sie gewisser Maßen eigenthümlieh, bezeichnet«.' siemit dem Siegel der Strenge, und legte sie im engsten Sinne aus.

Er forderte nämlich von seinen Schülern eine ganz andere Ar-muth, als man bis jetzt in den Klöstern beobachtet hatte. NichtbloS dem Einzelnen verbot er jedwedes Besitzthnm, sondern auchdie Gemeinschaft selbst, das Kloster, durste kein Eigenthum haben.Nicht einmal der Boden, auf dem daS Kloster stand, gehörte seinenMönchen. Es schien der heilige FranzisknS nach dem malerischenAusdrucke einer frommen Chronik einen feierlichen Ehcbund mit derArmuth geschlossen zu haben. Obwohl er Händearbeit, wie esmehrere Geschichtschreiber fälschlich berichten, nicht verboten hatte,so legte er doch wenig Werth auf sie, weil er das Betteln als dasErbthcil seiner Mönche, und die Ausübung dieses niedrigen Dienstesals eine königliche Tugend ansah. Gleichwohl hatte selbst dasBetteln seine Grenzen; unter keiner Bedingung durfte man Geldannehmen, welches der heilige Franziskus die Landplage seinesOrdens nannte.

Der Gehorsam mußte sich in einer rücksichtslosen Fügung inden Willen der Obern, und in einer völligen Abtödtung des eigenenWillens zeigen. Jedoch gestattete die Regel nicht, einer Pflicht zuLiebe eine andere zu versäumen; denn wenn der Obere auch demniedersten Mönche einen Befehl gab, mußte er sich stets vor Ver-stößen gegen die Demnth hüten, und der heilige Franziskus gab