seinem Vater verstoßen war, über sein Vermögen nicht mehr ver-fügen kennte, so entschloß er sich, um Almosen flehend daS Land zudurchreisen und brachte die zur Erbauung der Kirebc nöthige Summezusammen. Ja! diese Collekte war so reichlich ausgefallen, daß erden Ueberschuß zu andern kirchlichen Gebäuden verwendete, die derAusbesserung bedurften. ^
Bis dahin hatte sich der heilige Franziskus noch nicht ernstlichgefragt, was am Ende aus seinem Umherreiseu werden solle, undnoch weniger sah er darin die Stiftung eines Ordens von betteln-den Mönchen. Als er aber während der Messe Christi Auftrag anseine Jünger, weder Gold, noch Silber, noch auch Reisevorrath,noch doppelte Kleidung und Schuhe und Stab bei sich zu tragen,lesen hörte, entschloß er sich, diesem Beispiele zu folgen. Indemer diese Vorschrift, aus der er seine Regel bildete, buchstäblich nahm,that er an die Stelle des Gürtels einen Strick, weil der Gürtelzur Aufbewahrung des Geldes diente. Sv nun reiste er herum,und verwendete seine Zeit zum Betteln und zu Büßpredigten. Allent-halben erweckte er die äußerste Bewunderung, und vereinigte daherbald eine ganze Menge von Dienern Gottes um sich, die aus lauterVerehrung seine Genossen wurden. - Schon im Jahre 1200 sah ersich im Stande, zwölf Schüler, je zwei und zwei mit einander alsApostel in verschiedene Gegenden zu senden.
Tie Reisen dieser Schüler hatten, wie der heilige Franziskus
i Denn der eifrige Diener Gottes glaubte, jene göttliche Stimme habenicht blos diese Kirche gemeint. Daher stellte er die kleine, sehr baufälligeKirche des heiligen PetrnS her. Hierauf fielen seine Blicke auf die kleineKirche der Maria den den Engeln, welche auf einem kleinen Stuck Landlag, Portilinenta genannt, welches den Benediktinern non Monte Subafio ge-hörte; die Kirche wurde daher auch „zur Mutter Gottes von oder ans Por-tinncnla" genannt. Vogt, Lebe» des heiligen Franziskus S. 59.
r Seine ersten und eifrigsten Jünger waren Bcrnardv de Qaiintavalle, einreicher und angesehener Bürger von Assist; der regnlirte Chorherr Pietro Ca-tano und der wohlhabende AegidinS. Sofort wuchs die Zahl immer mehr undmehr, und wahr ist, was Dante so schön von Franzisktls und seiner Braut,dcr Armnth, singt: ' "
„Die Eintracht und die holden Freuden,
Die ihrem Antlitz hohe Lieb' ertheitten,
Trieb Manchen auf dcr Andacht heil'ge Weiden.
Paradies XI., 7ü-