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1 (1845)
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fleischlich geliebt und zu besitzen verlangt habe, verachten und weg-wcrsen müsse, wenn er seinen Willen erfahren wolle. Werde eraber dies; thnn, so werde ihm das, was ihm jetzt schwer und un-erträglich scheine, leicht und angenehm sein. Nun bestieg Franziskussein Pserd, ritt in der Ebene bei Assisi hin und her, und kam zu-fällig in die Nähe des Ortes, wo die Aussätzigen sich aushal-tcn mußten. Aus ein Mal befand er sich nun bei einem dieserKranken, die er auf's äußerste fürchtete und mied. Und siehe! erstieg vom Pferde, gab dem Unglücklichen einen Denar und küßte ihmdie Hand. Von nun an besuchte er oft diese Kranken, beschenktesie reichlich, und entschloß sich, der Aermstc aller Nothleidendenzu werden. Vergebens drohte ihm sein Vater mit seinem Zorne,vergebens sperrte er ihn in ein Gofäuguiß (aus dem ihn seineMutter befreite), vergebens verfolgten ihn seine Mitbürger mit ihrerVerachtung und Verspottung; er begegnete allen diesen Proben miteiner so unerschöpflichen Geduld, daß seine Feinde endlich schwiegen,und die Menge anfing, ihn als einen Heiligen zu verehren. EineStimme vom Himmel, die wohl in seinem Herzen wicdertvntc,hatte ihm befohlen, eine Kirche in seinem Geburtsort, welche ciu-zustürzen drohte, wieder herzustelleu. ' Da er aber, seit er von

' Es ist dieß die St. Damianskirche und die nähere Veranlassung fel-gende: Eines Tags ging er, um nachzudenken, auf dem Wiesengrnnd bei dieserKirche spazieren. Da fühlte er stch getrieben, in dieselbe zu treten und zubeten. Vor einem Kruzistr niedergewerfen, Härte.er vom Munde des Gekreu-zigten drei Mal die Worte ertönen:Franziskus! gehe und stelle mein Hausher, welches, wie du siehst, ganz zerfallen ist." Franziskus zitterte und fielin eine Ohnmacht. Wieder zu sich selbst gekommen, sann er nach, wie er denWunsch des Herr» erfüllen könnte. Ans der Kirche tretend traf er den Priesterderselben, und gab ihm Geld mit den Worten:Ich bitte Euch, Herr! daßIhr Oel kaufet, und vor jenem Krnzisir eine ewige Lampe brennen lasset.Wenn Ihr das Geld verbraucht habt, so werde ich Euch neues geben." Nunbegab er sich nach Hanse, nahm mehrere Balle» kostbaren Tuches von verschie-dener Farbe, bezeichnen' sich mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, packte sieauf sein Roß, und ritt nach Foligno, wo er nicht nur das Tuch, sondern auchsein Pferd verkaufte, und nach seiner Rückkunft das geloste Geld jenem Priesterzur Reparation der Kirche anbvt. Da der Priester aus Furcht vor FranzensVater das Geld nicht annahm, so warf es Franz auf ein Feustcrgcsimse derKirche, von wo er es später, vom Bischöfe Guido anfgefordert, wieder holte,und seinem erbosten Vater znstellte, um jetzt durch Almosensammeln sein Werkzn vollenden. Vgl. E. Vogt:Leben des heiligen Franziskus S. 4b ff.

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