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Herr hatte ihn zu etwas Anderem berufen, und unser Franziskuskehrte im Jahre 1205 in seinem 23. Lebensjahre nach Assisi zurück.
Hier aber zog er sich immer mehr von dem Geräusche desLebens und der Handeisehaft zurück. Der Geist der Frömmigkeitdrang immer mehr hervor; besonders fühlte er sich jetzt beglückt imGebete. War er aber vorher schon ein Wohlthätcr der Armen ge-wesen, so wurde er cs jetzt noch mehr; jedem gab er einen Denar,und hatte er kein Geld, so trat er an einen verborgenen Ort, zogsein Gewand ans, und gab es freudig hin.
Sein jugendliches Herz war der heiligen Gefühle zu voll, alsdaß Franziskus dieselben allein in seinem Innern hätte verschließenkönnen; er wählte sich daher einen seiner Freunde zum Theiluehmcrseiner Empfindungen. Er sprach aber nur in Bildern zu ihm, wieer einen großen und kostbaren Schatz gefunden. In einer Grottenun, nahe bei Assisi, fand unser Heiliger seine größte Wonne imGebete; und während er hiueinging, und in unaussprechlichenSeufzern um Erleuchtung und Gnade flehte, wartete sein Freunddraußen, und horte willig, waS Franziskus ihm von seinem neuenGlücke erzählte. In dieser Grotte war es auch, in der unscrmHeiligen einst Jesus Christus am Kreuze erschien. Bei dieser Er-scheinung zerschmolz sein Herz von göttlicher Liebe, und jetzt verstander auf ein Mal das Wort seines Erlösers: „wer mir Nachfolgenwill, der nehme sein Kreuz ans sich, und folge mir nach."
Franziskus war ein ganz anderer Mensch geworden. All' seinSehnen, Sinnen und Trachten ging ans die Häufung von neuenVerdiensten in den Augen Gottes und auf Versöhnung mit seinemhimmlischen Vater wegen der Sünden seiner Jugend. Vor Allemaber hatte er den herzlichen Wunsch, ungekannt in einer fremdenStadt die eigenen Kleider ausziehen, einem Armen geben, und umder Liebe Gottcö Willen Almosen sammeln zu können. Deshalb pil-gcrle er nach Nom, und hatte hier das Glück, seinen Wunsch erfülltzu sehen.
Nach Assisi zurüekgckehrt, wo er diese Uebung der Demuth sorg-fältig verschwieg, war er unablässig mit seiner Besserung beschäftigt.Als er aber eines Tages Gott inbrünstig um die Offenbarung seinerBestimmung anrief, ward ihm die Antwort, daß er Alles, was er