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seines Lebens seinen hohen Geist und reinen Sinn, und du einmaldie Nachbarincn nach Art der Frauen über seine Verschwendungsprachen, sagte sie: „waS glaubet ihr denn von meinem Sohne?Er wird noch ein Mann Gottes durch die Gnade." Nicht minderglänzende Erwartungen mochten auch manche seiner Mitbürger vonihm hegen; denn einst nahm ein angesehener Mann, der ihm aufder Straße begegnete, seinen Mantel ab, nnd breitete ihn vor denFüßen des Jünglings ans, daß er darüber schreite, indem er sagte:„Franziskus sei aller Ehrerbietung werth, denn er werde Großesvollführcn, wofür ihn alle Gläubigen ehren müßten."
Gottes Wege sind wunderbar, und die Mittel, deren sich dieGnade zu unserer Heiligung bedient, unendlich mannigfach. Ineiner der Fehden, die im Anfänge des 13. Jahrhunderts ganz Ita-lien bewegten, focht auch Franziskus für das Wohl seiner Mitbür-ger. Assisi war nämlich damals Perugia unterworfen, und vondieser Stadt sehr bedrückst Allein der Kampf nahm für die Assisia-ten ein unglückliches Ende. Franziskus ward mit vielen Bürgernund Edellcuten gefangen nach Perugia geführt und mit den Edelnein Jahr lang in Gewahrsam gebracht, bis der Frieden zwischenbeiden Städten wieder hcrgestellt war. Auch in dieser mißlichenLage bewahrte Franziskus seinen alten Frohsinn, und leistete seinenMitgefangenen dadurch manche Dienste, obwohl eS nicht an solchenfehlte, die ihn geradezu des Leichtsinnes beschuldigten. Diese Leidender Gefangenschaft erprobten jedoch seinen edlen und starken Geistnur noch mehr. Allein da er nach wiederhergcstclltem Frieden in seineVaterstadt zurückgckehrt war, zeigte sich ihm das Leben von seinerernsteren Seite.
Hatten auch die Leiden der Gefangenschaft sein heiteres Ge-müth noch nicht umgestalten können, so wählte jetzt die Vorsehungin ihrer unendlichen Erbarmung ein anderes Mittel, unfern Heili-gen mit einem Gnadenstrahl zu erleuchten; er fiel in eine' langwie-rige Krankheit. Jetzt ward sein Sinn ernster, und am Rande desGrabes schien ihm alles weltliche Treiben eitle Thorheit. Glücklichgenesen, ging er jetzt ernstlich mit sich wegen der Wahl seines Be-rufes zu Rathe, und entschied sich für den Kriegerstand. Allein derGesch. der Mönchsorden. I. 16