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1 (1845)
Entstehung
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oder Arnim von Lyon, die Poplieaner, Freroten u. s. w. Nnr eineinziges Mittel bot sich dar, die Gläubigen vor dieser gefährlichenSchlinge zn bewahren, und dieses bestand darin, daß inan der Heu-chelei der Scktirer wirkliche Tugenden entgcgenstellte, und das aus

statteten und genossen alle sinnlichen Lüste, weil das Böse mit dem Gutennichts gemein habe; die Seelen als gefallene Geister müssen nach einer Wan-derung durch verschiedene Körper sich zn ihrer ursprünglichen Reinheit läutern.Christus, sagen sie, habe nnr einen Schcinleib gehabt, Maria sei ein ge-schlechtloser Engel gewesen. Sie verwarfen alle Sakramente. Das Brod desAbendmahls sei Brod, wie anderes; die Taufe und jedes Sakrament sei einFallstrick des Teufels; die wahre Kirche sei nur bei ihnen, die katholischesei eine Räuberhöhle, die apokalyptische Hure, nicht Christus, sondernPapst Sylvester sei ihr Stifter.

Diese Scktirer zerfielen in Vollkommene und Glaubende; nnrjene waren im Besitz der Geheimlehre; es gab aber viele Unterarten, die ineinzelnen Lehren von einander abwichen; im Hasse gegen die katholische Kircheund im Eifer, den Jrrthnm zn verbreiten, waren sie aber Alle einig. DieHauptkirchen der Katharer waren in Italien zu Verona, Vicenza, Spoleto,Florenz, Sensano u. a. O. Sie hatten im Kirchenstaate ihre Vereine und inmancher Stadt der Lombardei mehr Schulen und eine größere Anzahl Zuhörer,als die katholische Kirche.

Weniger sonderbar, und dennoch sehr gefährlich waren die Lehren derWaldenser. Wen» bei den Katharern der dogmatische Jrrthnm der vor-herrschende war, und die Abweichung im Leben und der Widerstreit gegen denkirchlichen Organismus mehr als eine Folge von jenem erscheint, so traten dieWaldenser der Kirche mehr vom Standpunkte des praktischen Lebens entgegen.Petrus Waldns, ein reicher Bürger von Lyon, hat dieser Sekte mehr denNamen und festere Begründung und Vereinigung, als den Ursprung gegeben.Ihr Hauptangriff ging gegen die sichtbare Kirche; sie sei angesieckt vom Bösen ;der Papst das Haupt aller Jrrthümer, die Prälaten Pharisäer, Schriftge-lehrte, Mörder; kein Geistlicher solle Einkünfte haben. Alle Sakramentetadelten sie; das Abendmahl sei blos gebackenes Brod, die Taufe nütze Nichts,kein schlechter Priester könne lossprecheu, die Ehe sei kein Sakrament;alle kirchlichen Gebräuche seien verwerflich. Es gibt kein Feg-feuer, man wird entweder selig oder verdammt; Opfer, Gebete,Almosen für die Verstorbenen helfen daher nichts. Sie hattenkeine Kirchen; auf freien Plätzen hielten sic ihre Versammlungen.

Ihr Lebenswandel wird selbst von ihren Gegnern gerühmt; sie waren be-scheiden, prnnkloS in Kleidung, mäßig, züchtig, fleißig in der Arbeit, ernstund aufrichtig in den Aussagen; doch fehlte ihnen der unter allen Gestaltenhervortretende Sektenstolz nicht. Der Hanptschanplatz ihrer Wirksamkeit wardas südliche Frankreich, wo sie sich allmählich mit den Katharern verschmolzen,und unter dem gemeinschaftlichen Namen der Albigenser Vorkommen, unterwelchen sie uns wieder bei der Geschichte der Dominikaner begegnen werde».Vergl. Ed. Vogt, das Leben des heiligen Franziskus von Assisi.