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gemeinschaftlicher Kirchenbesuch mit herabgelassenem Weihel zur Pflichtgemacht. Sie sollten nur Röcke von grobem Zeug tragen; keineNonne durfte ohne besondere Erlaubnis; der Acbtissin das Klosterverlassen. Sie selbst mußte bei ihren Ansgäugen stets von einemGeistlichen und einem Laien begleitet werden. Auf dem Wege vonder Clausur bis zur Herberge durfte außer der Acbtissin Niemandein Wort sprechen. Im Schlafsaale hielten Laienschwcstcrn, amTage stets eine, Nachts zwei oder vier strenge Wache; die Krankenendlich dursten nur in der Kirche, wohin sic gebracht wurden, dieletzte Wegzehrung und die heilige Oclnug empfangen.
Die Mönche durften kein Privatcigenthum besitzen, mußtengemeinschaftlich leben und gemeinschaftlich die kanonischen Tagzeitcnhalten. Sie trugen weder schwarze Mäntel noch Ucbcrkleider, undan dem ledernen Gürtel hieng ein ganz geringes Messcrchcn. Wasman von ihrem Tische abtrug, mußte dcu Klosterfrauen zur Ver-thcilung au die Armen zurückgegebcn werden. Sie durften wederPfarrkirchen noch Zehnten annehmcn, noch ihre Güter an Weltleuteverpachten. Kein weibliches Wesen sollte jemals im Kloster derMänner arbeiten, und kein Mitglied des Ordens jemals Eide ab-lcgen, eine Feuerprobe bestehen, Bürgschaften oder Pachten über-nehmen. Eine Mutter Kellermcistcrin hatte alle Vorräthc an Lebens-mitteln und die Kasse unter sich, durfte aber nur auf höchsten Be-fehl der Aebtissin oder Priorin Etwas davon austhcilcn. DieAnfnahme neuer Mitglieder in den Orden hing lediglich von derAcbtissin ab.
Nach dem Tode des Stifters, den über 3000 Nonnen betrauer-ten, erhoben sich allmählig ungefähr 60 Klöster und wurden von denArmen Jesu Christi voll, denn so wollte Robert seine Schülergenannt wissen. Indessen war dieser Orden in seiner Entfaltungaußerhalb Frankreich nicht glücklich, obwohl er in Spanien undEngland einige Klöster zählte. Seine übrige Geschichte bietet nichtsBesonderes dar. Er gerieth in Verfall und wurde verbessert, undzwar hauptsächlich durch die Sorgfalt dreier seiner Aebtissincn, derMaria de Bretagne (1477), Renate de Bourbon (1507), Antoniad'Orleans (1571—1618); allein nie mehr konnte er sich von einem
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